Was Gedichte sind. Nabokov lesen, 14 (Intermezzo II).

 

Kann es wahr sein, daß all die hinreißend pulsierenden Dinge, von denen ich geträumt habe und vermittels meiner Gedichte noch immer träume, nicht in ihnen verlorengegangen sind und bemerkt wurden von dem Leser, dessen Kritik ich sehen werde, ehe der Tag vorüber ist? Kann es wirklich sein, daß er alles in ihnen verstanden hat, verstanden, daß sie außer dem guten alten ‚Pittoresken‘ auch einen besonderen Sinn haben (wo der Geist nach einem Rundgang durch das unbewußte Labyrinth seiner selbst mit einer neugefundenen Musik zurückkehrt, die allein Gedichte zu dem macht, was sie eigentlich sein sollten)?
Fjodor Godunow-Tscherdynzew
in: Nabokov, Die Gabe, 1935/37
(Dsch.v. Annelore Engel-Braunschmidt)

 

 

 

 


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