Die Menschen wollen nicht das Glück

 

Sie wollen das Bekannte
auch wenn es Unglück ist
Es ist als das Benannte
zu sicher, um auf ungewisse Frist

ins Risiko zu laufen
und schmerzvoll zu versinken,
anstatt vertraut im Haufen
so langsam zu ertrinken

daß du drob merklos bist

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3 Responses to Die Menschen wollen nicht das Glück

  1. Avatar ReniIna von Stieglitz says:

    Da ich – so herrlich, ehrlich – nicht elitär – erlaube ich es mir,  aus der Zeit zu springen – um ein Gedicht von Max Dauthendey (1867-1918) zu bringen:

    Vollmond

    Gelbes Eis
    Und grüne Nebel.

    Kranke Kallablüten leuchten.
    Von den bleichen Bechern rinnet
    Goldnes Öl in sanften Strömen.

    Warmer Moder,
    Nackte Schädel.
    Über weiße Marmorwüsten
    Fliehen lautlos
    Schwarze Schwäne.

     

    • Wie wunderbar, daß Sie mit Dauthendey antworten, den ich ausgesprochen schätze und mag – wie übrigens auch die großartige, sehr sinnliche >>>> Gaga Nielsen, die in Der Dschungel ebenfalls bisweilen kommentiert und die ich, Sie werden es gelesen haben, >>>> vorgestern gesondert erwähnt habe.
      Wenn nun Sie in Der Dschungel oben in die Suchleiste „Dauthendey“ eingeben, werden Sie einige meiner Beiträge finden, in denen ich mich mit seiner Arbeit beschäftige. Vielleicht werden Ihnen auch diese poetischen Einlassungen ein wenig Freude bereiten. (Solch eine Mehrfachseite sieht dann >>>> so aus – [um es Ihnen ein wenig leichter zu machen])

  2. Avatar ReniIna von Stieglitz says:

    Freut mich (danke für die Hinweise s.o.) – ich hatte –  (um ehrlich) zu sein, mit einer anderen Reaktion gerechnet – egal – nicht so wichtig – warum ich auf Max Dauthendey komme? Ein Freund, der vor einigen Jahren traurigerweise beschlossen hat , diesen Planeten für immer zu verlassen,  was ich bis heute unsagbar tragisch finde…kam eines Abends zu Besuch, unterm Arm eine Flasche Wein, in der Innentasche seiner Jacke ein schmales Reclam Heft, irgendwann zog er das schmale Heftchen aus der Innentasche und begann zu lesen: … Gedichte – Max Dauthendey – er selbst schrieb mir damals, zum Abschluss dieses wunderbaren Abends, ganz spontan SEINE Dauthendey Fassung in meine zerfledderte Kladde….ja ja, Erinnerung spricht – einem  – ständig – in die Gegenwart hinein –

    O. zur Nacht am 26.11.1982:

    Wir sitzen wieder mit Nacht zusammen – wenn dann Nacktheit ausbricht wird das reine Haar bewusst, das durch tausend Mittage blüht – – wir legen es auf den Mond, diesen Träger von Verlassenheit.

    Dann tönt Nachtspiel:

    Sinnstrahl, Ruhelosigkeit kehrt seinen Schlaf  zur Heimkehr, diesen Hautballen.

    Es hat sich Farbe oder Mensch entschieden.

    Es gibt noch eine zweite Fassung. Vielleicht erwähne ich sie an anderer Stelle. RIvS

     

     

     

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