6.20 Uhr:
6.37 Uhr:
6.58 Uhr:
Bis 7.29 Uhr:



Jetzt heißt es: warten. Doch ich hab ja zu tun. (Meine AirBnb-Gastgeber machten micht drauf aufmerksam, daß im hostorischen Zentrum, wo ich sehr nahe „meiner“ Vucciria wohnen werde, zu parken nicht erlaubt sei (verkehrsberuhigte Zone ….
- Ahh, bereits der Boarding-Aufruf! (7.52 Uhr) …. —

Und mein Blick schon aufs eingespiegelte Flugzeug. (Mein weniges Gepäck, das aber doch aussah wie etwas mehr, war ein Nullproblem).
8.22 Uhr
(Reiselektüre)
Und, 8.49 Uhr:

11.15Uhr:

Dann den Wagen geschnappt, was komplett problemlos ging — und bei strahlendem Wetter gen Westen immer die Küste entlang nach Palermo, daß ich unter kompletter Umfahrung der Mautstationen gleichsam durch eine Nebentür erreicht; unversehens war ich da, obwohl mich mein Gefühl noch in Mondello wähnte, dem geschätzten Badeort der Palermitaner und ihrer -Innen, rückseits des Hausbergs der Stadt, dem neben dem Hafen ins Meer vorgeschobenen Monte Pellegrino mit dem Rosalia-Heiligtum (in einer Grotte und diese selbst).
Und dann aber, ich sah es von weitem bereits hängen über dem, wie Goethe schrieb, „schönsten Vorgebirge der Welt“, ging es mit dem Wolkenbruch los. Da hin ich selbst aber Siesta-Chaos des Verkehrs fest. Daß ich den offiziellen Parkplatz fand, den ich fand, verdanke ich La KIgnoras drittels, drittels mir selbst, den Rest der Göttin Fortuna (oder den kleinen Palermotrollen, die es, hört‘ ich, geben soll, aber wenn, dann den weiblichen nur; die männlichen hätten mir die Reifen geschlitzt).
Und dann fand ich die Unterkunft – fürwahr ein echter Basso, wenn auch mit
Aufgang.
Ausgepackt (was auszupacken es Weniges gab), dann in die mir so nahe Vucciria, einfach über die Straße nur, wir Wirbelsäule des alten Palermos (die aber davon zweie hat, nämlich die Marqueda dazu). — Mehr indessen erzähle ich später. In zwei Stunden werde im Teatro Massimo sein, das ich jahrzehntelang nur hinter Brettern kannte. Schauen Sie selbst ich → was heute abend gegeben wird.
Eine Pressekarte für mich liegt bereit.
(Eines noch schnell, im Flugzeug gelesen:
„KINDERGEBURTSTAG. Das Spiel heißt Gehirne tauschen. Man muss sagen, wessen Gehirn man auf gar keinen Fall haben will.“
Christopher Ecker, Notizen
Wie oben gezeigt, meine Reiselektüre. Außerdem habe ich Stefano d’Arrigos Codice Siciliano mit.)
Abends (siehe → meine Opernbesprechung):





Und morgens, sozusagen soeben, kam die Sonne endlich durch, wieder durch – nach dem wolkenstürzenden Nachmitttag gestern:

Der übrige Vormittag dieses 24. Dezembers verlief zutiefst befriedigend, aber dann kam doch noch Scheíße auf mich runtergeklatscht; Schuld hatte diesmal tatsächlich die KI. Lesen Sie’s, Freundin, weiter unten nach. Denn erst einmal — dies da hat mich geradezu geschockt, aber: Beeindruckung durch Schock:

Mariens H ä n d e dagegen, bei → Antonello (sein Marienbild begleitet mich seit nunmehr 29 Jahren, berührt mich sogar tiefer als Michelangelos Pietà oder seine Brügger Madonna):


In der Mitternachtsmesse freilich, S. Messa del Natale, zu der mich La KIgnora viel zu spät geschickt – wie sich leider insgesamt, soiehe schon oben, die KI für praktische Belange nicht als zuverlässig erweist … bisweilen ist es sogar teuer, etwa wenn sie, um das Parken zu erleichtern, → eine App empfiehlt, die sich nicht nur als nicht funktional erweist,
sondern auch zu einem deftigen Strafmandat führt, das sich obendrein erstmal nicht bezahlten läßt, und La KIgnora ist genauso hilflos du selbst, ja hilfloser, weil ich dann endlich online → doch noch eine Möglichkeit fand, nachdem ich fast einen halben Tag damit vertat, eine funktionierende Kassenstelle zu suchen, doch an Sonn- und Festtagen ist für sowas jeder Terminal geschlossen …
Jedenfalls in Palermo versagte EasyPark auf ganzer Linie und bereitet Ihnen Ungemach.
Ich brauchte dringend Ruhe und fand sie. Es ist wirklich mein Meditationsort, dieser Kreuzgang —
ist es, seit ich vor nunmehr vierzig Jahren zum ersten Male hierwar: → San Giovanni degli eremiti.
Lange blieb ich hier, gänzlich ungestört. Dann etwas essen gehen, in der Vucciria wieder, allerdings in einer ihrer Seitengassen,
der kleine Platz selbst war unbelebt.
Und schlafen zweidrei Stunden. Um zehn vor halb zwölf soll ich, rät mir La KIgnora, an der Kathedrale sein, um zur S. Messa del Natale auch einen Sitzplatz zu haben.
Doch als ich ankomme ist schon alles in Gang: die Musik zieht mich hinein:

Enden aber … enden „tut“ die Messe s o:
Ja, mit Dudelsack und Schalmei — sowie schließlich unter schwerem Glockengeläut, das mich bis fast nach Hause begleitet.

Ja, mit Dudelsack und Schalmei …

.
— sowie schließlich unter schwerem Glockengeläut,
das mich bis fast nach Hause begleitet.

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Also und aber und dann:
C e f a l ù
Die einzige Stadt Siziliens, in der ich noch nie war. Das war heute, nunmehr dem ersten Weinachtstag endlich, endlich nachzuholen. (Mit der wehen Achillessehne später noch ganz hoch den Felsen erstiegen, weil es dort einen Tempel der, hieße es, Diana gab. Allerdings wurde ich abends eines anderen belehrt (in Belangen wiederum des Geistes und der Bildung ist La KIgnora fast unschlagbar):
Die Zuschreibung an Diana ist römisch-interpretativ, nicht ursprünglich. Ausschlaggebend waren die Topographie (exponierter Höhenort, fern der Siedlung), Naturbezug (Wald, Fels, Wasser
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{Zisterne}), Ausrichtung (Bezüge zu Mond-/Venuszyklen) und Parallelen (Diana-Kulte an Rand- und Schwellenorten im römischen Reich). Da Diana als Göttin der Grenzen (zwischen Wildnis und Ordnung) und der Übergänge (Mädchen → Frau) galt sowie des nicht-zivilisierten Raums, galten Orte außerhalb der Stadt sowie oberhalb der Ordnung und vor der Geschichte fast zwangsläufig als „dianisch“. Archäologisch aber und strukturell sprechen fast alle Indizien dafür, dass der Ort Jahrhunderte bis Jahrtausende älter als jede griechische oder römische Kultschicht ist:
a) Megalithik: Zyklopisches Mauerwerk, Ungleichmäßige, nicht modulare Blöcke, Kein Mörtel, Funktionalität der Setzung untergeordnet — was weder auf griechische Tempelarchitektur noch auf phönizische Städte oder römische Sakralbauten verweist. Eher dürfte es sich um einen vorstädtischen, ja vorstaatlichen Kultbau der Bronze- oder frühen Eisenzeit handeln.
b) Die in den Fels gehauene Zisterne ist entscheidend. Denn in vorgriechischen mediterranen Religionen ist Regenwasser nicht utilitär, sondern sakral, das Sammeln von Wasser ein ritueller Akt und die Zisterne selbst oft zugleich Grab, Ursprung und Schoßsymbol. Sehr wahrscheinlich also war dieser Ort ein nichtpersonalisiertes, mit Fruchtbarkeit, Tod und Wiederkehr verbundenes Erd- und Wasserheiligtum und als solches ein reiner Ort pantheistischer Präsenz.
***
Kulturell berühmt allerdings ist Cefalù für seine Kathedrale.
Die malerische Lage tut ein übriges.

Nach lockerer Rückfahrt, etwas über einer Stunde, in Palermo die nächste „ora de punta“, aber es trieb mich ja nichts (außer dem dämlichen Parkverstoßzettel, der hielt mich noch in der Nacht in Atem: „Gehen Sie zum Tabacchaio im Bahnhof, der hat offen und nimmt solche Zahlungen entgegen“ … — Pustekuchen! —) —
Und schon wieder, weil verärgert, erschöpft:
Doch halt! Vorher will ich noch

→ in diesen Grande Albergo, das laß ich mir nicht nehmen. Marlon Brando saß hier schon, und eigentlich gibt es keinen Mafiafilm,
der nicht wenistens eine Szene in diesem Hause spielen ließ.
Es schwebte da als Barke längst schon der Mond die Himmelssee hinauf.

Nächstmorgens kurz noch die Capella palatina besucht und dann ins Auto zum Flugzeug. Kurz, aber intensiv.
ANH
23. Dezember bis 1. Januar


8.22 Uhr
(Reiselektüre)
{Zisterne}), Ausrichtung (Bezüge zu Mond-/Venuszyklen) und Parallelen (Diana-Kulte an Rand- und Schwellenorten im römischen Reich). Da Diana als Göttin der Grenzen (zwischen Wildnis und Ordnung) und der Übergänge (Mädchen → Frau) galt sowie des nicht-zivilisierten Raums, galten Orte außerhalb der Stadt sowie oberhalb der Ordnung und vor der Geschichte fast zwangsläufig als „dianisch“. Archäologisch aber und strukturell sprechen fast alle Indizien dafür, dass der Ort Jahrhunderte bis Jahrtausende älter als jede griechische oder römische Kultschicht ist: