Arbeitsjournal. Donnerstag, der 7. Dezember 2006.

6.16 Uhr:
[Villa Concordia Bamberg.]
Ob ich >>>> das hier ein Gedicht nennen darf, weiß ich nicht genau; dennoch hat es mein Instinkt den Gedichten zugeschlagen; formal liegt es zwischen Gedicht und Aphorismus und könnte also auch zu den >>>> Paralipomena. Jedenfalls geht’s nach der testosteronalen Unterbrechung mit der Arbeit gut weiter. Guten Morgen, Leser. Wie Sie an der Uhrzeit sehen, funktioniert allerdings der spartanisch-strenge frühe Arbeitsbeginn noch nicht ganz; daß es morgens so lange dunkel bleibt, tut sein Eigenes da sicherlich hinzu.
>>>> Dielmann hat gestern einen weiteren, ausgefeilteren Umschlagentwurf für die >>>> Liebesgedichte geschickt; das gefällt mir alles sehr gut. Außerdem wird es eine edle Vorzugsausgabe geben, vom Übersetzer Prunier und mir signiert und durchnumeriert und in rotes Handschuhleder gebunden.Diese Ausgabe wird 99 Euro kosten; nur 99 Exemplare wird es davon geben. Ich werde, wenn alles ansehbar ist, noch etwas dazu schreiben und Ihnen in Der Dschungel sowie auf der >>>> fiktionären Website einen Link legen; falls Sie Interesse daran haben, ein solches bibliophiles Exemplar zu erwerben und es rechtzeitig bestellen wollen, können sie das dort dann tun. Im normalen Buchhandel wird diese Ausgabe n i c h t erhältlich sein. Die anderen, nicht-bibliophilen, Bändchen werden zwischen 7 und 10 Euro kosten.
Bei der ARGO-Überarbeitung muß ich vor allem zu Anfang des Romans ziemlich rigoros steichen, damit rechtzeitig Zug in die Sache kommt; gerade nach dem monströsen >>>> NULLGRUNDsBeginn ist das nötig. Vieles steht da jetzt noch, das aus der Verlegenheit geschrieben wurde, die Richtung zu finden; und a l s sie gefunden war, habe ich damals (2004/Anfang 2005) versucht, Dichte durch Auffüllung herzustellen. Aber das retardiert, auch die Seitenhiebe auf den Pop durch Zitieren entsprechender Texte lähmen den Lesefluß eher. Das also alles rausnehmen.Problematisch ist des weiteren, daß ich direkt an >>>> BUENOS AIRES anschließe, insbesondere, was die Personage anbelangt; da muß noch eine Lösung gefunden werden, e l e g a n t mitzuerzählen, wer was ist. Und ich muß ein Augenmerk darauf haben, wo sich bereits ganz vorne >>>> E.A.Richter einbauen läßt. Indessen werde ich >>>> diese Liste zwar danebenlegen, aber Punkt für Punkt erst n a c h dem ersten ARGO-Durchgang abarbeiten. Dasselbe gilt für die Arbeitsfußnoten im Text, sowie für die unterdessen 411 Arbeitsnotate. Wenn alles das drinnensteht, bzw. eingearbeitet ist, werd ich die ZF ausdrucken können und dann noch einmal ganz von vorne beginnen mit der Überarbeitung, derjenigen dann zur DF (Dritten Fassung). Die wird wahrscheinlich zur Grundlage des Lektorates werden. Ich sollte im Sommer damit fertigsein.
Dann wolln’wa ma’ loslegen.

(Eine furchtbare Forderung von der Dresdner Bank kam noch; es kann sein, daß über die Kündigung des Dispos bei der Postbank Ratenzahlungen nicht eingehalten wurden; ich habe da einfach keine Übersicht mehr; es hindert mich das alles auch an der literarischen Arbeit. Deshalb erwäge ich nunmehr ernsthaft, einen Privatkonkurs zu beantragen. Mir ließe das sieben Jahre Ruhe, einen Kredit bekomme ich eh nicht mehr, und nach den sieben Jahren wären sämtliche Schulden abgegolten. Was ja eine Aussicht ist.
Imgrunde änderte sich dadurch an meiner Lebenslage kaum etwas, es machte alles nur etwas ruhiger. Und im Zweifelsfall stehen vielleicht auch der eine und/oder andere Mäzen bereit: direkt fokussiert auf literarische Vorhaben. Mal sehen. Ärgerlich wäre nur, ‚erwischte’ mich in diesen sieben Jahren ein hochdotierter Literaturpreis; d a s Geld wär dann weg. Aber diese Art Hoffnung kann ich mir eigentlich eh auf die Glatze schmieren.
Ich werd mit dem Profi konferieren müssen.)

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