Caroline Fetscher, Kerstin Hensel, Sonja Hilzinger, Zafer Şenocak und Hans Michael Speier. Juroren. Berliner Literaturstipendium. ANH und der Berliner Senat (2). ARGO-ÜA (32).

Wie ich es mir vorausgedacht habe: Dieses würde, und i s t‘s nun, die v i e r z e h n t e Ablehnung meiner literarischen Arbeit durch den Berliner Senat. Jahr um Jahr, seit ich hier lebe. Und abermals geht es gegen ANDERSWELT. Auch in dieser Jury saß übrigens >>>> Ulrich Janetzki wieder.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin.
Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten

GeschZ (bei Antwort bitte angeben) V D Me
Bearbeiter(in) Herr Meyer
Dienstgebäude Berlin-Mitte Brunnenstraße 188-190 10119 Berlin
Zimmer 4/b/1 Telefon 030-90228-536
Telefax 030 – 90228 – 457 Intern (9228)
E-Mail Wolfgang.Meyer@senwfk.verwalt-berlin.de
Datum 10.04.2007

Sehr geehrter Herr Herbst,
leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Ihrem Antrag auf Gewährung eines Arbeitsstipendiums für Berliner Autorinnen und Autoren nicht entsprochen werden kann.
Die uns bei der Vergabe von Arbeitsstipendien beratende Jury hatte in diesem Jahr über 369 Bewerbungen zu entscheiden und hat uns – unter Ausschöpfung der zur Verfügung stehenden Mittel – 19 Stipendiatinnen und Stipendiaten empfohlen, wobei Sie leider nicht zu den Vorgeschlagenen gehören.
Der Jury 2007 gehören an: Caroline Fetscher, Kerstin Hensel, Dr. Sonja Hilzinger, >>>> Dr. Ulrich Janetzki, Zafer Şenocak und Dr. Hans Michael Speier.
Leider können wir aus Kostengründen die von Ihnen eingereichten Unterlagen nicht zurücksenden.
Für Ihre literarische Arbeit wünsche ich Ihnen alles Gute.

Dieses Schreiben wurde maschinell gefertigt und ist ohne Unterschrift gültig.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Dr. Ingrid Wagner

Welcher Juror auch immer den 1000seitigen dritten ANDERSWELT-Band in seinem zu begutachtenden Typoskript-Stoß gehabt und aussortiert haben mag… mir ist zigan‘sch zumute! -, v e r f l u c h e n will ich die Bande!

Weniger aufgeregt: Die Leser mögen die Jury-Auswahl selber beurteilen. Ich bin es müd, noch zu vergleichen. Es ist für meine Ästhetik in diesem Literaturbetrieb kein Platz. Sie setzt sich durch, gewiß, aber >>>> mich will man verhindern.

ANH vor Stromboli.




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ARGO-ÜA 31 <<<<

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7 Kommentare zu Caroline Fetscher, Kerstin Hensel, Sonja Hilzinger, Zafer Şenocak und Hans Michael Speier. Juroren. Berliner Literaturstipendium. ANH und der Berliner Senat (2). ARGO-ÜA (32).

  1. rostschleifer sagt:

    ich glaub kaum … dass man Sie „verhindern“ wollte.

    Sie pflegen halt den habitus des
    unbequemen und kalkulieren ja
    oft auch die negativen folgen dessen
    vorwegnehmend mit ein.

    übrigens: endlich hab ich
    „meere“. mich fasziniert daran
    weniger, was Sie erzählen, als
    vielmehr, wie Sie es erzählen:
    ganz großes kopfkino!

  2. jethro sagt:

    das glaubt man nicht ganz besonders perfide: man kann „aus kostengründen“ ein 1000seitiges manuskript nicht an einen autor zurücksenden, von dem man weiß, daß er seine miete nicht bezahlen kann. das finde ich im höchsten grade unsittlich!

    • stulli sagt:

      Normal Das ist doch fast schon stinkende Normalität, wenn 500 durchschnittliche Schnäppchenjäger drängeln und nur 20 Plätze da sind. Ich könnte meine Wände auch mit solchen Ablehnungen pflastern: „Wir haben uns nicht gegen ihr Manuskript entschieden, wir konnten uns nur leider nicht für Ihren Text entscheiden…“

  3. jethro sagt:

    tja stulli wenn man sich da anstellt, wo schnäppchenjäger rumlungern, passiert das halt. das ist hier aber nicht das thema.

    • jurijmlotman sagt:

      solidaritätsadresse ich bin ja kein herbst-buchleser, teils weil ich überhaupt gar keine literatur mehr lese seit langem, zu eigenem bedauern, teils weil ich das herbst’sche erzähl-projekt gefühlsmäßig viel weniger spannend finde als das schreiben hier. („meere“ würde mich interessieren.) und ich kenne auch keinen einzigen der mit stipendien ausgestatteten namen. aber: dass diese seit jahrzehnten durchgeführte schreib-existenz in höchstem maß förderungswürdig ist, sollte jeder sehen können, der hier hineinliest. (wobei zu vermuten ist, dass diese sorte gutachter das nicht getan haben.) das hat rein gar nichts mehr mit geschmack zu tun, sondern mit relevanz. dass die konkurrenten auch nur ansatzweise ähnliches vorweisen könne, ist praktisch ausgeschlossen. wenn sowas nicht gefördert wird, bestätigt das schlicht was man eh schon weiß: „Literatur“, als gesellschaftliches, von gebildeten geteiltes projekt, ist tot.

    • @jurijmlotman. „Contra domo“ habe ich seit langem das Gefühl (und einige Indizien bei der Hand). Daß ich Ihrem letzten Satz zustimmen muß. Wobei darin dann, was auch Baudelaire schon erkannte und aggressiv für sich als Beleg dienen ließ, daß genau darin – also im „Luxuriösen“ – auch eine Chance liegt.

      Aber vielleicht steht es um „die“ Literarur wir um Berlin vor ’89: sie dümpelt im eigenen, von außen für wenige Schmarotzer hochfinanzierten Saft – aber eines Tages fällt dann halt eine Mauer — und plötzlich ist die Relevanz wieder da – wie für Berlin so für „die“ Literatur. Abgesehen von dieser zugegebenermaßen vor sich hinkokelnden Hoffnung: Was soll einer tun, der halt alles auf s i e, die Dichtung, gestellt hat? Weil sie untergeht, von Bord springen? Nein, er segelt weiter und entdeckt halt für sich selbst, was es noch zu entdecken gibt. Immerhin gehört etwas wie „das schreiben hier“ d a z u.

      Herzlich, ANH.
      P.S.: MEERE ist ja nun leicht zu bekommen.

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