Arbeitsjournal. Sonntag, der 22. April 2007.

6.30 Uhr:
[>>>> Pettersson, Zweite Sinfonie.]
Bin vor einer Stunde hierher in die Arbeitswohnung geradelt, um den Internet-Zugang anzuschließen, der, wie mir ein Anruf >>>> auf Stromboli mitgeteilt hat, nunmehr freigeschaltet sei; aber er funktioniert noch nicht. Allerdings habe ich‘s auch noch nicht konzentriert mit den Geräten versucht, weil mich Post abgelenkt hat. Zum einen ist >>>> Christoph Jürgensens Essay über >>>> DIE VERWIRRUNG DES GEMÜTS als Sonderdruck eingetroffen, zum anderen das neue >>>> SCHREIBHEFT mit der >>>> Neunten BAMBERGER ELEGIE (in der Zweiten, noch nicht streng durchmetrisierten Fassung). Wollte sehen, wie sich das Ding fremdgedruckt liest. Jürgensens Essay wiederum ist klug, begreift viel mehr als ich selbst begriff, als ich den Roman schrieb, hat allerdings ein paar kleine Detail-Fehler in der Wiedergabe von Personen (André Schulze heißt im Aufsatz etwa André Schulz, ohne abschließendes e – mich interessiert, wie es dazu kommt; der Name ist sowohl in der VERWIRRUNG als auch anfangs des >>> WOLPERTINGERs zu herausgehoben, um einen Lese-, bzw. Druckfehler annehmen zu können, die Figur insgesamt ist zu sehr typisiert dafür). Spannend dabei, in welchem seinerseits ‚postmodernen‘ Kontext Jürgensens Aufsatz steht: Derridas Kafka, Dürrenmatt, Jirgl, Grass, Walser/Hein/Grass/Timm (sozusagen die „Realisten“, aus denen Grass wiederum herausfällt), ANH, Ransmayer und Goetz.
Im übrigen noch nicht geöffnete Mahnungs- und Rechnungspost. Der erste latte macchiato ist fast schon getrunken, ich freue mich über die Musik: es ist wie ein Wiedersehen. Dagegen wurden meine Arbeitsvornahmen von gestern nicht einmal angegangen; alles war – und war gut so – Familie. Jetzt versuche ich erst einmal, den Netzanschluß zu aktivieren.

9.35 Uhr:
[Küchentisch, Am Netz.]
Hat nicht geklappt mit dem Internet in der Arbeitswohnung; offenbar ist DSL d o c h noch nicht freigeschaltet. Na gut, der 24. war ursprünglich angekündigt, vielleicht bleibt‘s dabei; es wär kein wirkliches Problem. Statt dessen Briefe geschrieben wegen des >>>> horen-Sonderheftes zu ANDERSWELT. Jetzt für kurzes in die Väter-WG, um einzustellen, was einzustellen ist. Dann wieder zur Familie rüber.
Stellte mir die Frage, was innert der Auflösungs-Poetik bezüglich fester Identitäten eine persönliche Dokumentation wie dieses Arbeitsjournal und zuvor so lange das Öffentliche Tagebuch eigentlich bedeuten. Mit der „Rückeroberung“ des alten Namens geht ja auch einher, wie sich nun die zweieinhalb Jahrzehnte mit (fast) ausschließlich dem anderen Namen poetologisch bewerten lassen. Indem insgesamt zunehmend ein – wie immer auch nebulöses – Altes in den Focus gerät, hat das auch etwas von Regression. Oder waren die zweieinhalb Jahrzehnte das Sprungbrett in ein Neues-Mehrwertiges? Das beschäftigt mich gerade unterschwellig sehr. Dazu entsprechend auch das Ende von ARGO: Rückkehr in einen zivilisations„freien“, wenn auch ausgesprochen mutierten Naturraum. Hm.

Sämtliche Stromboli-Reisetexte ins von der Hauptseite genommen; sie sind aber im >>>> Arbeitsjournal weiterhin nachlesbar, dort ab dem 11. April 2007.

23.06 Uhr:
Versucht, auch anderwo den DSL-Zugang zu aktivieren; auch dort gescheitert. Sonst nur Familie; gearbeitet: nix. Ach ja, Dielmann rief an; die ersten >>>> Gedichtbände seien an mich unterwegs; ebenso die Vorsatzblätter für die Sinaturen durch Prunier und mich. Übern Daumen gepeilt, wird dann auch >>>> die Vorzugsausgabe in runden zwei Wochen endlich lieferbar sein. Bestellen Sie, Messieurs, -dames, bestellen Sie.
Ach ja, und wir verschieben das Erscheinen der BAMBERGER ELEGIEN aufs Frühjahr 2008. Was mir sehr recht ist, da bleibt mir für die strenge Hexametrisierung Luft, und ich kann mich ohne Über-Druck an die Stromboli-Projekte machen. Im Frühjahr gibt es dann gleich d r e i ziemlich dicke Publikationen: Die Elegien bei >>>> dielmann, den Theorieband bei >>>> tisch7, sowie den >>>> horen-Sonderband zu ANDERSWELT. Ob allerdings >>>> ARGO dann schon im Herbst 2008 erscheinen kann, kommt mir bei d e r Publikationslage ungewiß vor.

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