Weiterdumpfes Arbeitsjournal. Mittwoch, der 21. März 2012. Torik, Schrott & Spiele. Am Nachmittag dann: Kochtöpfe.

8.25 Uhr:
[Arbeitswohnung. Tschaikowski, Rokoko-Variationen.]
Diese grippale Infekt ist zäh, auch der Junge bölkte wieder durch die halbe Nacht: jetzt schläft er noch ein bißchen, nachdem er seinen Kakao getrunken und wieder einmal sein b-moll-Konzert gehört hat, Svjatoslav Richter, Wiener Symphoniker, Karajan. Der Klassiker halt.
Ah, und jetzt richtet er sich halb auf, der Bub.
Und gleich schon beim ersten Blick auf die Screens wieder >>>> dieser Müll mit dem Bücherblogger, wozu mir privat auch >>>> Melusine noch schrieb: „Es ist ein dummes, bitterböses Missverständnis.“ Weil mich dieser Herr Hillebrandt immer noch für >>>> Aléa Torik halte. Sollte das stimmen, muß man nicht sich selbst, sondern ihn um so mehr fragen, weshalb er nicht recherchiert hat. Ich hatte auf der Leipziger Messe ein Gespräch mit der FAZ-Rezensentin >>>> des Buches von Frau Torik; selbstverständlich war die Frau informiert. „Ich laufe doch nicht ins Messer.“ Eben. Bevor geurteilt wird, sollte man sich um die Hintergründe kümmern, jedenfalls dann, wenn man öffentliche Bekundungen abgibt, zu denen Rezensionen nun einmal gehören. Allerdings ist sie, als Ehefrau des Leiters des Berliner Literaturhauses, mit literarischen Spielen und Maskenspielen vielleicht vertrauter als der Bücherblogger; einer der größten Spieler, übrigens, ist der vom Bücherblogger so gerühmte Raoul Schrott, der den Sprung in die Spitze unserer zeitgenössischen Literatur aufgrund einer riesigen Eulenspiegelei geschafft hat. Nur daß eben nicht der Bücherblogger, sondern andere in Ulen un Apen beißen mußten. Vielleicht haben die sich nachher auch ein bißchen geärgert, aber irgendwann eben selbst gelacht und Schrotts Pfiffigkeit schließlich die Ehre erwiesen. Wie schreibt Krausser? Ein bißchen Scharlatanerie gehört zu jedem Genie. Abermals: Eben.
Mir ist das alles zu klein. Wenn Sie das elitär nennen möchten, dann bitte. Ich habe anderes zu tun, muß mich jetzt dringend wieder um das Galouye-Hörstück kümmern, da ist noch vieles zu lesen. Außerdem ist gestern >>>> „Tyss und Tuff“ angekommen, in genau der Ausgabe, die ich als Kind las, und als ich hineinschaute, fand ich dieselbe Schönheit wieder, die ich schon damals empfunden habe. Deshalb werde ich Ihnen nur die erste Buchseite abtippen und den Text dann in Die Dschungel stellen, mit Link auf das Buch, so daß auch Sie es sich antiquarisch bestellen können.
Guten Morgen.

13.25 Uhr:
So, >>>> der Schlangentext steht drin. Im übrigen ist es mal wieder ein >>>> Kampftag, obwohl ich grippehalber so richtig satisfaktionsfähig nicht bin. Auch am Cello geht es nur leidlich. Die Finger wollen nicht richtig; obendrein habe ich in nur fünf Tagen enorm viel vergessen, das ich vor der Messe schon auswendig konnte. Pausen einzulegen, ist überhaupt nicht gut.
Jetzt bin ich müde, sehr, aber mein Bub schläft auf der Couch. Vielleicht leg ich mir einfach die Isomatten hin und schlüpfe in einen Schlafsack. Ich mag den Jungen nicht wecken, der ja noch immer nicht über den Berg ist.

17.18 Uhr:
Ist das noch sinnvoll, >>>> mit Kochtöpfen zu konkurrieren?
Fast drei Stunden sehr tief geschlafen. Kaum gearbeitet. Nur in Der Dschungel mich herumgeschlagen und Briefe geschrieben. Auch mein Junge, seit vorhin, schlief, er sogar vier Stunden. Was mich unsicher macht, ob ich ihn morgen schon zur Schule lassen soll. Wenn der Körper tagsüber so viel Schlaf braucht, ist er noch schwach. Immer soll man auf den Körper hören: wichtigstes Gesetz des Lebens.

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