Thank you for the Word. James Joyce: Giacomo Joyce. Die Neuübersetzung (45).


As I come out of Ralli‘s house I come upon her suddenly as we both are giving alms to a blind beggar. She answers my sudden greeting by turning and averting her black basilisk eyes. E col suo vedere attosca l‘uomo quando lo vede. I thank you for the word, messer Brunetto.

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4 Responses to Thank you for the Word. James Joyce: Giacomo Joyce. Die Neuübersetzung (45).

  1. Avatar parallalie says:

    Basiliskenaugen – HS-Version

    Nachdem ich bei Ralli gewesen, stand sie unversehens neben mir vor einem blinden Bettler, auch sie mit einem Almosen in der Hand. Als Antwort auf mein eiliges Grüßen drehte sie sich um und wandte ihre schwarzen Basiliskenaugen ab. E col suo vedere attosca l’uomo quando lo vede. Eurem Worte, Messer Brunetto, verbindlichsten Dank.

  2. Vor einem blinden Bettler. Joyce-Version ANHs.

    Nachdem ich Rallis Haus verlassen habe steht sie unvorhergesehen vor mir als wir beide einem blinden Bettler etwas geben wollen. Sich wegdrehend antwortet sie meinem bestürzten Gruß, kehrt ihre dunklen Haremsaugen ab. E col suo vedere attosca l‘uomo quando lo vede. Ich danke Ihnen für diesen Satz, Messer Brunetto.
  3. Avatar parallalie says:

    Anmerkung Gemeint ist Brunetto Latini (Florenz um 1220-1294), mit dem sich Dante und Vergil in der Hölle unterhalten, und das Zitat stammt aus seinem auf französisch im Pariser Exil verfaßten, enzyklopädischen ‘Livre du Trésor’, also der Bilderreichtum, den auch Boccaccio im darauffolgenden Jahrhundert nährte, aus dem etwa Shakespeare seine Stoffe bezog. Das Bild des Basilisken, der den tötet, den er zuerst sieht (während derjenige, der seiner zuerst ansichtig wird, ihn zum Tode bringt), taucht an verschiedenen Stellen auf.
    [hier sollte eigentlich eine Seite eingebettet sein, die von Basilisken bei Shakespeare redet und Zitate anführt, irgendwie aber funktioniert das nicht mit google-books… keine Lust, das jetzt abzutippen…
    Ich kramte die Schlegel-Übersetzung hervor:
    Isabelle: So glücklich ende dieser gute Tag,
    Die freundliche Versammlung, Bruder England,
    Wie wir uns jetzo Eurer Augen freun,
    Der Augen, die sonst wider die Franzosen,
    Die ihre Richtung traf, nur in sich trugen,
    Die Bälle mörderischer Basilisken.
    Wir hoffen günstig, solcher Blicke Gift
    Verliere seine Kraft, und dieser Tag
    Werd alle Klag und Zwist in Liebe wandeln!
    ]
    Heinrich V., v, ii.
    Wörtlich vielleicht so: “Und mit seinem Sehen vergiftet er die Menschen, die er sieht“. Und der Basilisk verweist im “venom” (der Blicke Gift) des Heinrich-Zitats (und Shakespeare ist so abwegig nicht, wegen Giacomos Hamlet-Vortrag) schon auf den nächsten Giacomo-Text. Wie ich auch finde, es sei ein Binnenreim zum vorigen Text vorhanden: odalisque / basilisk, weshalb ich nicht mit “Haremsaugen” einverstanden sein kann. Sicher mögen diese dem Sterben verhaftet sein, einem ganz bestimmten, wie auch die versteinernden Medusenaugen, an die ich auch dachte, aber da sind die Augen des Blinden davor, dem Beide ein Almosen reichen: möge nie einer des anderen zuerst ansichtig werden. Ihre Geste fast schon eine Geste, um ihn zu retten vor ihrem Blick. If looks cood kill, I wood be dad. Sagt Roberto Benigni in einem Film von Jim Jarmusch (‘Down by Law’).

    • odalisque/basilisk. Eben das hatte ich mit im Blick, als ich mich für die Haremsaugen entschied, die selbstverständlich nur funktionieren, wenn es bei meiner >>>> gestrigen Haremsdienerin bleiben sollte. Worauf meine Übersetzung, die eine Interpretation ist, abzielt, ist der Bezug von „Lindwurm“, also Drache – ein dem Basilisken verwandtes Geschöpf – auf das „schön“ darin: „lind“=“schön“. Daß der Basilisk ein ebensolcher Wiedergänger der Schlange des Paradieses ist und den Sündenfall, den das Weib initiiert, wieder und wieder in Gang setzt. Die Schönheit wird zur Bosheit. Das ist christlich, bei Joyce also katholisch. Hier wird mythisch sein Schuldgefühl fundamentiert. Genau deshalb reimt sich odalisque auf basilisk. Zugleich verweist der Haremsblick auf eben die Jungfrauen des muslimischen Paradieses, die für den schon prinzipiell sexualfeindlichen Christen immer wieder nur neuer Anlaß zum abermaligen Sündenfall werden. Zu einem solchen Sündenfall sieht sich Giacomo verführt. Er wirft also der jungen Frau, die er begehrt, vor, daß er sie begehrt. So blockt man Schuld von sich selbst ab. Unter anderem. Anstelle, daß er sie sich, die junge Dame, nimmt – sofern sie denn will. Das kann er nicht ohne weiteres, weil in den Fängen seines Gewissens festgesetzt, sagen wir leichter: der Konventionen seiner Zeit. In unserer Zeit wäre das übrigens, eine >>>> Beatrice begehrend, nicht anders, unabhängig von der tatsächlichen Reife dieser jungen Frau. Man schützte sofort einen Mißbrauch vor, des Lehrers an einer Schülerin. Was beide wirklich wollen, spielt für die moralische Beurteilung auch in unserer Gegenwart kaum eine Rolle.

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