Ayaan Hirsi Ali. Transgender und Universitäts-Indoktrinationen. In der NZZ.

Liebste Freundin,

die beiden hier verklinkten Texte halte ich für extrem wichtig — und zwar gerade auch für das, was derzeit im für literarisch gehaltenen Leben in Deutschland geschieht. Etwa wie Autorinen und Autoren, die sich dem angeblichen Mainstream nicht beugen, bei Preis- und Stipendienvergaben rigoros ausgeschlossen werden, wenn  ihre Themen und Schlußfolgerungen nicht dem “akademistischen Diktat” entsprechen — Formung, das Kernmoment jeglicher Kunst, spielt nahezu k e i n e Rolle mehr, was meiner Einschätzung nach aber weniger an Ideologien als daran liegt, daß es an Kenntnis und, in weitem Sinn, Bildung fehlt, wenn zum Beispiel der Unterschied zwischen Metrik und Rhythmus nicht mehr bewußt ist, sowie an der Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen, das aus dem gewohnten Sound herausfällt.

→ Zu Frauen und Transgender (10. Juni)[1]Dort → als PDF.
→ Zu Indoktrinierenden Universitäten (27. Juli)[2]Dort → als PDF.

(Wenn Sie die Sites nicht öffnen können, dann schauen Sie in die Fußnoten hier.)

Ayaan Hirsi Ali by Gage Skidmore.jpg
Ayaan Hirsi Ali
[Foto © von Gage Skidmore,
CC BY-SA 3.0]

 

 

Ihr ANH, 9.06 Uhr
der sich jetzt weiter um die Triestbriefe kümmert.

References

References
1 Dort → als PDF.
2 Dort → als PDF.

MISANDRIE. Ein selten gehörtes Wort. Walter Hollstein zu Verlust und Zerstörung der Männlichkeit. Heute in der NZZ.

 

Daß erst ein Krieg kommen mußte, um das Ungeheure zu begreifen, das sich moralisch für gut hält und aber eine von Minderheiten sozial diktierte Zwangsumerziehung ist, die sich auf Ideologien von “Gender” stützt. Wer sagt, er sei “gerne Mann”, wird längst deklassiert und ausgegrenzt, sprich: radikal gemobbt, zumal wenn er (oder sie) auf einem Unterschied der Gechlechter beharrt, der biologisch fundiert sei[1]Es kann einen – in diesem Fall sind es meist Männer – Literaturpreise kosten, ja sogar davon ausschließen, zu mit öffentlichen (!!) Geldern finanzierten Veranstaltungen eingeladen zu … Continue reading. Spricht wer es aus, ist er (oder sie) “Biologist”[2]βίος” – Bios – heißt “Leben”; Biologisten sind also Lebenskundler. Siehe unten, Postscriptum No 1..

Es gibt eine Männlichkeit jenseits von Putins Peinlichkeiten, und diese gilt es wieder zu anerkennen. Denn Aggressoren kann man nicht mit Friedensliebe bekehren, und für die Freiheit des eigenen Gemeinwesens muss man auch einstehen. Und zwar mit Entschiedenheit – und also auch mit den harten Qualitäten der traditionellen Männlichkeit. Andernfalls werden Männer à la Putin bald überall die Vormacht erringen.
Walter Hollstein

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Dort in der NZZ.[3]Als PDF → d a.

P.S.: βίος” – Bios – heißt “Leben”; Biologisten sind also Lebenskundler. Vom Leben soll keine Kunde mehr sein. | P.P.S.: Wohlgemerkt, ich halte den Begriff Misandrie für ein Korrektiv, verwende ihn nicht ideologisch, sondern g e g e n Idiologie.
ANH, 8.41 Uhr

References

References
1 Es kann einen – in diesem Fall sind es meist Männer – Literaturpreise kosten, ja sogar davon ausschließen, zu mit öffentlichen (!!) Geldern finanzierten Veranstaltungen eingeladen zu werden.
2 βίος” – Bios – heißt “Leben”; Biologisten sind also Lebenskundler. Siehe unten, Postscriptum No 1.
3 Als PDF → d a.

Die Abrichtung der Bestien. “Russlands Armee ist ein Gefängnis, in dem Rekruten tyrannisiert, gedemütigt und gebrochen werden.” Jörg Barberowski in der NZZ. Mit einer furchtbar endlosen Fußnote des Grauens, das schon Kurtz gesehen und bis in den Schrecken durchdrungen hat.

 

Zu verstehen versuchen, wieso etwas ist und wieder[1]Tian’anmen,Babyn Jar,Srebrenica,Griechenmassaker,München,Nanking,Mỹ Lai,Katyn,Chodschali,Lidice,Borova,Sivas,Armeniermassaker,Blackfoot,Postoloprty,Winnyzja,Sonnenburg,Zorn … Continue reading ist.
Darauf beharren, wie unerträglich Wut und Entsetzen auch seien und unsre Scham.
Nicht “jenseits”, nein ..! — :
D i e s s e i t s von Gut und Böse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und zu den russischen Soldaten:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch, wie es dazu kommen konnte, erzählt → dieses Interview.

***

Jörg Barberowski
Deutscher Historiker und Gewaltforscher.
Seit 2002 Professor für die Geschichte Osteuropas
an der Humboldt-Universität in Berlin.

References

References
1 Tian’anmen,Babyn Jar,Srebrenica,Griechenmassaker,München,Nanking,Mỹ Lai,Katyn,Chodschali,Lidice,Borova,Sivas,Armeniermassaker,Blackfoot,Postoloprty,Winnyzja,Sonnenburg,Zorn III,Feodossija,Utøya,Sharpeville,Oradour,Janitscharenmassaker,Chios,Berdytschiw,Jantarny,Alexandra Hospital,مذبحة صبرا وشاتيلا,Malmedy,Slonim,Dobronín,Aurora,Bleiburg,Haymarket,Kent-State,Katyn,Kamenez-Podolsk,Boston,Dersim,Erfurt,Boves,Kwangju,Tlatelolco,Sindschar,Lemberg,Santa-Cruz,Indonesien,Kefalonia,Amritsar,Hebron,Nemmersdorf,Frog Lake,Sant’Anna di Stazzema,Ardeatinische Höhlen,Sand Creek,Wassy,Talheim,Pottawatomie,Краљеву и Крагујевцу,八事件,Diyarbakır,Saint Valentine’s Day Massacre,Hama,Grotte der Patriarchen,Marzabotto,Orlando,Mystic-Massaker,Thammasat-Universität,Rechnitz,Tulsa,Massaker von Paris,Virginia Tech,Batepa,Wormhout,Adana,Deir Yasin,Dinant,Jedwabne,Semile,Butscha,Rumbula,Drogheda,Kellyanne Conway,Piaśnica,Maguindanao,Deutsch Schützen,Badajoz,Maʿalot,Wolhynien,El Mozote,Wounded Knee,Sétif,Vukovar,Luxor,Chatyn,Wola,Whitman-Massaker,Lago Maggiore,Foibe,Brötzmann-Massaker,Massaker auf dem Marsfeld,Massaker von Granada.Maarat an-Numan,Zuchthaus Stein,Ponary,Mechterstädt,Przemyśl,Erzurum,Panjiayu,Fetterman-Massaker,Haus Carrascalão,Herero-Massaker,Nama-Massaker,Distomo,Kahramanmaraş,Fivizzano,Gnadenhütten,Rainiai,Jonestown,Washita,Glencoe,Çorum,Fort William Henry,Peterloo,Aussig,Cassinga,Berwick,Andishan-Massaker,Du Yuesheng,Novi Sad,Operation Gegossenes Blei,Pavonia-Massaker,Boa Ogoi,Bibighar,Abu-Salim-Gefängnis,Kościuszko-Aufstand,Haditha,Zultepec,Kraras-Massaker,Hula,Quantrill’s Raid,Treuenbrietzen,Tikrit,Massaker von Celle,Odessa,Massaker von Broniki,Pingdingshan,Sochumi,Jamestown,Batak,Nogeun-ri,Changjiao,Massaker von Marikana,Chios,Ciepielów,St.-Brice’s-Day-Massaker,Leše,Ciaculli,Scheikan,Bibighar,Kana,Markale Sarajevo,Tiflis,Málaga,Simferopol,Fort Hood,Biscari,Massaker von Grischino, San Fernando,Beth Horon,Kilianstädten,Qibya,Arnsberger Wald,Maraga,Dudschail,Le Paradis,Küstenstraßen-Massaker,Damur,Massaker von Brabant,Drobyzkyj Jar,Winnyzja,Mueda,Bloody Island Massaker,Ludlow,Kunming,Schletz,Mahmudiyya,Prerau,Jinan,Jeju-Massaker,Hué,Borovo Selo,Catavi,San Ysidro,Potočani,Grattan-Massaker,Balangiga,Lod,Massaker von Las Vegas,Qafa e Previsë,Thessaloniki,Kanlı 1 Mayıs,Karantina,Halberstadt,Kirowabad,Cape Grim,Manila,Radolišta,Tamines,Winnyzja,Merkas HaRaw Kook,Bogdanowka,Coniston-Massaker,Wedauberek,Waxhaw-Massaker,Chenogne,Kafr Qasim,Borovo naselje,Hornkranz,Metgethen,Wiyot-Massaker,Wereth 11 Massacre,Starobelsk,Dak Son,Liepāja,Ascq,Camp de Thiaroye.Mdantsane,Ballymurphy Massacre,Józefów,Pinjarraمذبحة ماسبيرو,Huta,Kairo und Gizeh,Raboteau,el-Koscheh,Schangaösen-Massaker,Vinkt,Nickel Mines,Caiazzo,Massaker von Södel,Ponce,Nueces River,Mountain-Meadows-Massaker,Nag Hammadi,Široki Brijeg,Nyarubuye,Barrow Creek,Škabrnja,Chortiatis,Koszyce,Fort Pillow,Nalibaki,Grabovica,Jeju-Massaker,Najib Yan,Mardin,São Tomé,Ezeiza,Aileu,Burgholz-Massaker,Chomeini-Massaker,Ostaschkow,Iquique,Serkadji-Gefängnis,Elaine,Klaek Reman und Aifu,Meja,Turchino-Pass,Abtnaundorf,Račak,Wawer,Glaserhau,Audriņi,Busurungi,Gazi-Massaker,Abbaye d’Ardenne,Uman,Tulle,Boipatong,Rogovo,Černová,Metrostation Charonne,Goliad,Katyn,Koniuchy,Ahmići,Massaker von San Polo,Nowotscherkassk,Bloody-Brook-Massaker,Centralia-Massaker,Gadubanud,Jesiden-Massaker,Borów,Chaibalikend,Cəmilli,Kərkicahan,Banja Luka,Wilmington,Moiwana,Avenida Roosevelt,Старом Грацком,Pantasma,Saborsko,Ip,Maillé,Kos,Addis Abeba,Goulbolaba-Hill-Massaker,Massaker auf der Zong,Sllovi,Masakr na Kapiji,Convincing-Ground-Massaker,Massaker von Tuzla,Zilan Katliamı,Nellie,Bingöl,Lighting-Hills-Massaker,aint-Genis-Laval,Bangka,Boyd Massacre,Klečka,Lari,Massaker am Sati Chowra,Gospić,Kravica,Rufus-River-Massaker,Batavia,Bentiu,Faithfull-Massaker,Myall-Creek-Massaker,Bisho,Rosewood,San José de Apartadó,Cervarolo und Monchio,Atlanta,Shedden-Massaker,Muratağa,Sandallar,Atlılar,Monte Morello und Vallucciole,Vejce,Hola,Guangdong,Awa’uq,a-Grange-Massaker,Wolhynien,Wiriyamu,Leština,Lippach,Porzûs,Solhan und Tadaryat,Borova,Semana Trágica Buenos Aires,Campaspe-Plains-Massaker,Ár Mhullach Maistean,Odžaci,Gippsland-Massaker,Murdering-Gully-Massaker,Greensboro,Lipa,Bayda und Baniyas,Nataruk,Waterloo-Creek-Massaker,Qyshkut,Pınarcık ,Massaker von Debre Libanos,Guangxi,Martino di Lupari,Kılıçkaya,Tykocin,Casa de Detenção de São Paulo,Farneta,Bergiola Foscalina,Civitella in Val di Chiana, Cornia und San Pancrazio,Abschwangen,Duschanbe-Massaker,Roboski-Massaker,Massaker von Istanbul,Vitoria,Padule di Fucecchio,Doljani,Kingsmill-Massaker,więzieniu mokotowskim,Daoxian-Massaker oder Kreis-Dao-Massaker.Las-Hojas-Massaker,Wenzelnbergschlucht,Benedicta,Cantaura,Maline,Başbağlar,Dąbrówka Nowa,Lovas,Drenica,Masakra e Liqenit të Radoniqit,Σφαγή στα Άνω και Κάτω Κερδύλια,Pawłokoma,Gata,Glina,Camp-Jackson-Massaker,Zeret,Asaba,Cavriglia,Baćin,Açıkyol,Blood-Hole-Massaker,Bedford-Downs-Massaker,Massaker von Tremseh,Massa,Eastern Zone massacres,Bình Hòa,Massaker am Mistake Creek,Sanski Most,Osch-Massaker,Massaker an der Bracka-Straße Warschau,Prebilovci,Étobon,Wonnerup-Massaker,Acerra,Coushatta,Massaker von Hula,Massaker von Altamira,Richmond-River-Massaker,Xamán,Narva,Avasinis,Centralia-Massaker,Drakia,Zabiokovlje,Argenton-sur-Creuse,Rawagede,Foča,Panzós,Dalj,Pazin,Sijekovac,Calamba,Pietransieri und Collelongo,Forrest-River-Massaker,Massaker von Sinkor,Napalpí in der nordargentinischen Colonia Aborigen NapalpíPenguerec,Maguindanao,Peschawar,Ortabağ,Borovo,Garadaghli,Chudschand,Kazani,Candelária-Massaker,Hebron ….

Б у ч а .

“Blutbefleckt” | Endlich auch anderswo ein Wort gegen Helden. Von Michael Wolffsohn in der NZZ. Die Sprache der Helden, 6.

D o r t :

D o r t .

Es sind Menschen, die in Notwehr kämpfen. Mit “Heldentum” hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun.
ANH
______________
Siehe auch → h i e r.
Siehe auch → d a.

Michael Wolffsohn

Kriegskrank nun auch ich, eher aber trifft “gelähmt”. Das Weiterhinnichtarbeitenkönnenjournal des Dienstags, den 22. März 2022. Fast nur noch Ukraine.

[Arbeitswohnung, 9.25 Uhr
Kinderrufen vom Pausenhof. Sonne.]

Daß mir ein Frühlingsanfang, noch dazu ein solcher, einmal keine Freude oder nur so geringe würde bereiten, hätte ich niemals geglaubt. Im Thälmannpark, jetzt schon, sind die Kirschblüten aufgesprungen, die von Mord nichts wissen, schon gar nicht vom Morden in der Ukraine, an das zu denken ich nicht wegkomme, so daß ich über nichts anderes mehr schreiben kann, will ich nicht komplett erlahmen.
Es sind Arbeiten dringend zuende zu stellen, es gibt Fristen, nicht nur solche, die mich selbst betreffen; Elfenbein kündigt die Neuerscheinung der Verwirrung des Gemüts jetzt mit Mai an, und ich sehe auch da nicht, wie das einzuhalten ist; für Arco ist das Nachwort zu Gerd-Peter Eigners nachgelassenem, nun endlich erscheinendem Der blaue Koffer zu verfassen, ich schaffe täglich, wenn überhaupt, dreivier Sätze und mehr nur, wenn ich ein Zitat einkopiere. Eine Coronahilfe von vor anderthalb Jahren ist abzurechnen, auch das krieg ich nicht hin, um von der Wiederaufnahme der → Videoserie zu schweigen. Fast alles, was mit meiner und überhaupt Literatur zu tun hat, kommt mir banal, luxuriös, unsinnig und manchmal sogar zynisch vor, sinnlos in jedem Fall. Ich höre nicht einmal mehr, oder kaum noch, Musik, bin vorgestern sogar der → Verdipremiere ferngeblieben, obwohl ich eine Pressekarte hatte. Jetzt werde ich einen Entschuldigungsbrief schreiben müssen, was ich schon gestern tun wollte und ebenfalls so wenig zuwege bekam wie den Brief → an Andreas. Nämlich gar nicht. Das einzige, was ich noch vermag, ist, dauernd die neusten Nachrichten zu lesen und gegen den Kriegseintritt der NATO anzuschreiben, also den unsern. Ich träume davon schon, sah heute nacht zum letzten Mal meinen Sohn, die Zwillinge, लक्ष्मी. Es tat einen ungeheuren Knall, dessen Wirkung so groß war, daß ich nicht einmal erwachte. Erinnre mich erst jetzt. Ich trug Gefechtsuniform, also Tarndress. Aber selbst da noch Krawatte. Dann warn wir tot.
Nein, ich habe davor keine Angst, nicht um mich selbst. Ich hab eh ein zweites Leben, nach dem Krebs, der, so gut die Werte auch sind, womöglich besiegt noch nicht ist. Auch darauf kommt es nicht an. Was mir Sorge bereitet, ist das Leben meiner Liebsten, das ich nicht geopfert sehen will. Ich will meine Kinder nicht leiden sehen, Punkt. Dabei kann ich mir gut – also schlecht – vorstellen, daß ich, ging’ es nur um mich, ebenfalls nach dem Kriegseintritt rufen würde, um das Gemetzel zu stoppen, jedenfalls das Gefühl zu haben, es zu tun oder zu versuchen doch. Auch wenn ich wüßte, daß Krieg auf Krieg keine Antwort ist, sondern ihn perpetuiert. Was wir Menschen immer wieder sehen. Manchmal bleiben uns einige Jahrzehnte, in denen er ruht, um sich gegen den Frieden zu wappnen. Dann wacht er, und bedrohlicher noch, waffenstarrend wieder auf.

Die → Dämonisierung des Gegners → schreitet voran[1]Lawrow einen “Aristokraten der Apokalypse” zu nennen, ist, mit intellektuell feiner Feder, genau das. Der hier unter dem Pseudonym “Severyn Korab” schreibende ukrainische … Continue reading, selbst Biden warnt nun, in diesem Zusammenhang nachvollziehbarerweise und so wahrscheinlich auch nötig, mit “einer starken Reaktion der NATO”. Die Spirale dreht sich und dreht sich, schraubt sich und schraubt sich hinauf. Was ich völlig vergaß – daß vor der letzten Eskalationsstufe noch, der der atomaren Schläge, die biologischen Massenvernichtungswaffen stehen, die abermals an → thanatische Ursachen denken lassen, denn von solchen Mitteln des Krieges bliebe Rußland-selbst nicht verschont und Belarus schon gar nicht. Thanatos als Messias, doch nicht einmal der, der er, mit Hypnos verbunden, s a n f t das ewige Zuende gibt – sondern die

Keren in dunkler Gestalt, mit weißen Zähnen erklirrend,
Grass, und düsteres Auges, und blutbesprengt, und unnahbar,
Hatten um Fallende Zank: denn jegliche wollte begierig
Trinken das schwarze Blut; und erhaschte sie einen gestreckten,
Oder an frischer Wund’ hinfallenden, schleunig um diesen
Schlug sie die mächtigen Klaun; und es fuhr die Seele zu Aïs,
Tief in des Tartaros Schauer hinab: war ihnen das Herz nun
Satt des Menschenblutes, zurück dann warfen sie jenen,
Wandten sich um, und durchstürmten der Feldschlacht Lärm und Getümmel.[2]Hesiod, Der Schild des Herakles, 234-253; Übersetzung von Johann Heinrich Voß

Lesen Sie nur, o Freundin, diese Conclusio des Pulitzer-Preisträgers Chris Hedges[3]Auch ihn habe ich recherchiert, um nicht möglicherweise einem Verschwörungs”theoretiker” aufzusitzen; genauer noch ist → die englische Wikipedia: → Waltzing to Armageddon[4]Daß Hedges derselbe Begriff in den Sinn kam wie Der Dschungel → dort, belegt eine sehr ähnliche Perspektive auf die Endgültigkeit, nämlich Irreversibilität, dessen, was uns bei unserm Eintritt … Continue reading; soeben schickte mir Schelmen-
zunft
den Link:

(…) Germany, for the first time since World War II, is massively rearming. It has lifted its ban on exporting weapons. Its new military budget is twice the amount of the old budget, with promises to raise the budget to more than 2 percent of GDP, which would move its military from the seventh largest in the world to the third, behind China and the United States. (...) NATO battlegroups are being doubled in size in the Baltic states to more than 6,000 troops. Battlegroups will be sent to Romania and Slovakia. Washington will double the number of U.S. troops stationed in Poland to 9,000. Sweden and Finland are considering dropping their neutral status to integrate with NATO.
This is a recipe for global war. History, as well as all the conflicts I covered as a war correspondent, have demonstrated that when military posturing begins, it often takes little to set the funeral pyre alight. One mistake. One overreach. One military gamble too many. One too many provocations. One act of desperation. (…)
The Dr. Strangeloves, like zombies rising from the mass graves they created around the globe, are once again stoking new campaigns of industrial mass slaughter. No diplomacy. No attempt to address the legitimate grievances of our adversaries. No check on rampant militarism. No capacity to see the world from another perspective. No ability to comprehend reality outside the confines of the binary rubric of good and evil. No understanding of the debacles they orchestrated for decades. No capacity for pity or remorse.[5]Deutschland rüstet zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder massiv auf. Es hat sein Verbot, Waffen zu exportieren, aufgehoben. Der neue Militärhaushalt ist doppelt so hoch wie der alte, und … Continue reading

Und aber hier rufen jetzt schon so v i e  l e: “Mitmachen! Mitmachen!” Und berufen sich, mehr oder minder direkt, auf die militärische – und aber eben in einem Weltkrieg – Befreiung von der Hitlermonstrosität. Also denken sie den Weltkrieg schon mit, nähmen ihn zumindest inkauf, um von der atomaren Bedrohung ganz zu schweigen. — Nein, ich stehe nicht, und stand da noch nie, auf Seiten Putins. Ich rufe weiterhin: “Миру Україні!” Und wünsche mir Putins, Lawrows und all der andern Verbrecher Ende. Nur arbeiten, arbeiten kann ich nicht. Nicht anders jedenfalls, als gegen diese Bedrohung anzuschreiben und mich ihr täglich, stündlich, minütlich zu stellen. So gesehen, bin kriegskrank nun auch ich, anders aber → als jene.

Entspannung, ein bißchen, geben mir die wenigen Treffen mit लक्ष्मी, meinem Sohn und der Familie, mit den Freunden; dann komme ich momentlang aus der Schwärze heraus, manchmal etwas länger. Und kann dann sogar lachen. Die Schwärze aber frißt mich auf, frißt meine poetische Leidenschaft auf, wahrscheinlich auch meine Fähigkeiten oder, becheidner, mein Talent. Denn sie schließt mich von aller Begeisterung aus. (Gegenüber den Leiden der bombardierten Menschen ist das ein Pups, das ist mir wohl bewußt.)

Ihr ANH
11.50 Uhr. Der Amselhahn singt.

References

References
1 Lawrow einen “Aristokraten der Apokalypse” zu nennen, ist, mit intellektuell feiner Feder, genau das. Der hier unter dem Pseudonym “Severyn Korab” schreibende ukrainische Autor – oder die Autorin – typisiert, und zwar säkularmythisch. Es entsteht die Figur eines sozusagen technokratischen Vampirs, nicht eines Menschen.
2 Hesiod, Der Schild des Herakles, 234-253; Übersetzung von Johann Heinrich Voß
3 Auch ihn habe ich recherchiert, um nicht möglicherweise einem Verschwörungs”theoretiker” aufzusitzen; genauer noch ist → die englische Wikipedia
4 Daß Hedges derselbe Begriff in den Sinn kam wie Der Dschungel → dort, belegt eine sehr ähnliche Perspektive auf die Endgültigkeit, nämlich Irreversibilität, dessen, was uns bei unserm Eintritt in der Krieg bevorzustehen droht: daß der noch begrenzte Schrecken zu einem in jedem Sinn unbegrenzten würde.
5 Deutschland rüstet zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder massiv auf. Es hat sein Verbot, Waffen zu exportieren, aufgehoben. Der neue Militärhaushalt ist doppelt so hoch wie der alte, und es wurde versprochen, den Etat auf mehr als 2 Prozent des BIP zu erhöhen, was das Militär von der siebtgrößten in der Welt auf die drittgrößte Position hinter China und den Vereinigten Staaten bringen würde. (…) Die Größe der NATO-Kampftruppen in den baltischen Staaten wird auf mehr als 6.000 Mann verdoppelt. Gefechtsverbände werden nach Rumänien und in die Slowakei entsandt. Washington wird die Zahl der in Polen stationierten US-Truppen auf 9.000 verdoppeln. Schweden und Finnland erwägen, ihren neutralen Status aufzugeben und sich in die NATO zu integrieren.
Dies ist ein Rezept für einen globalen Krieg. Die Geschichte und alle Konflikte, über die ich als Kriegsberichterstatter berichtet habe, haben gezeigt, dass es oft nicht viel braucht, um den Scheiterhaufen in Brand zu setzen, wenn das militärische Getue beginnt. Ein Fehler. Eine Übertreibung. Ein militärisches Wagnis zu viel. Eine Provokation zu viel. Ein Akt der Verzweiflung. (Übersetzung: deepl)

Ukraine-Dialoge XI: Einschätzungen aus Rußland. Autor und Übersetzerin zu de Zayas und Baud sowie ein Beitrag Olga Martynovas. Tatiana Baskakova | ANH (3).

Sonnabend, 12. März 2022, 8.01 Uhr

ANH
Ich denke jeden Tag, quasi dauernd, an Sie. Hier ein Artikel der Neuen Zürcher Zeitung von heute früh.

A.

11.52 Uhr

Baskakova
Danke, Albano,

ich fühle Ihr Nah-Sein und Ihre Erreichbarkeit! Auch Olga Martynova schrieb mir und schickte ihren → Artikel.
(…)
Herzlich, Tania

Dienstag, 15. März 2022, 11.08 Uhr

ANH
Liebe Tania, da ich in Der Dschungel erst später darauf eingehen werden – und noch nicht weiß, wie – schicke ich Ihnen hier zwei PDFs[1]Interview Baud, → Interview de Zayas, die, glaube ich, jede und jeder kennen sollte, um Hintergründe des furchtbaren Kriegs zu verstehen, die Sie auch gerne weiterverteilen dürfen.. Sie sind in dieser Schweizer online-Zeitung erschienen. – Über einen Leser, mit dem ich korrespondiere, kam ich auf diese Dastellungen. Besonders die eine ist ausgesprochen akribisch. Beide Autoren waren bei der UNO beschäftigt, einer sogar bei der NATO. Beide sind Wissenschaftler, Forscher.
In der Hoffnung, daß es Ihnen nach wie vor einigermaßen gut geht, bleibe ich in unverbrüchlicher Freundschaft
Ihr Albano

12.20 Uhr

ANH
Postskiptum: Wegen Baud müssen wir aber auch vorsichtig sein. Ich schicke Ihnen hier noch die deutsche Übersetzung der französischen Wikipedia über ihn. Also seine Bewertungen kritisch sehen; wichtig sind aber die Fakten (also Daten).
A.

18.15 Uhr

Baskakova
Lieber Albano,

das Interview mit Jacques Baud scheint mir höchst tendenziös und unglaubwürdig. Z.B.: «Ja, in unseren Medien wird es so dargestellt, dass die Russen alles zerstören würden, aber das stimmt offensichtlich nicht». Ich sah schon Unmengen von Photos mit den zerstörten Städten, getöteten Kinder, Strömen von Flüchtlingen. Ich ruf täglich zweimal meinen nahen Freund in Kiev an und frage ihn, ob in der Nacht Bombardierungen waren (in Kiev war es bis jetzt relativ ruhig.). Ich las ein Tagebuch von meiner Bekannten, einer ukrainischen Übersetzerin (auf Deutsch publiziert), die in einem kleinen Städchen in der Naehe von Kiev wohnte und die vor zwei Tagen gezwungen war, wegen der Bombardierungen diesen Ort zu verlassen.
Über die Krim (in 2014) hatte Putin am Anfang gesagt, es seien dort keine russische Soldaten gewesen, um aber später zu erklären, daß — doch — die Armee dort benützt wurde. Ich kenne auch persönlich die Leute, die nach 2014 die Krim verlassen haben und in die Ukraine gingen.
S. 14: «Daraufhin hat Putin einen Artikel geschrieben, indem er die historische Entstehung der Ukraine erklärt. Er hat kritisiert, daß man zwischen Ukrainern und Russen unterscheidet usw. …Ich habe den Artikel gelesen, er ist absolut sinnvoll». Das ist Unsinn. Es sind verschiedene Völker mit verschiedenen Sprachen. Die ukrainische Kultur wurde in den Dreißiger Jahren fast völlig eliminiert. Daher stammen diese — unrechten — Maßnahmen gegen die russische Sprache in der heutigen Ukraine. Mariupol, Charkiw, Cherson sind Städte mit russischsprachiger Bevölkerung, dort protestieren die Leute jetzt gegen Putin.
Ich selbst war in der Ukraine in 2014, ganz kurz vor dem Krieg (dann noch in 2015, 2018). Damals gab es dort (in Kiev) gar keinen Haß gegen Russen, ich hatte einen Leseabend dort, las auf Russischen, man fragte mich etwas auf Ukrainisch oder auf Russisch, egal, ich verstand die Menschen, antwortete aber auf Russisch, es war ganz normal. Ein Teil von Russland werden wollte aber niemand. Die Rechtsextremisten allerdings existieren dort, gewiss. Ihre politische Wirkung aber ist nichtig. Sie werden sich jetzt, nach dem Krieg, verstärken, denke ich.
Und der Artikel von Dr. Alfred de Zayas? Ich verstehe sehr gut seine und Ihre Sorge: der Atom-Krieg darf nicht beginnen. Das Problem ist, dass die Ukrainer nicht bereit sind, das Opfer dafür zu werden, ihre Verwandten und Kinder zu verlieren. Und wer bin ich, um ihnen etwas zu raten oder nur diese Erlösungs-Variante zu propagieren, zu publizieren? Eine Bürgerin eines Staates, der ihr ganzes Leben zerstörte und jetzt noch zerstört?
Mir geht es gut genug, und ich schätze Ihre Freundschaft sehr und die Möglichkeit, mit Ihnen ganz offen zu sprechen,
Ihre Tania

18.29 Uhr

ANH
Liebe Tania,
ja, ich finde Bauds Wertungen und Persektiven ganz wie Sie hoch problematsísch, habe das eben in Der Dschungel auch geschrieben.
Und was Sie erzählen, glaube ich sofort. Interessant an Bauds Text sind aber die – hierzulande nahezu unbekannten – Fakten der Daten usw. Seine Sicht auf Putin ist selbstverständlich ebenfalls problematisch; nur hat bisher die Abläufe noch niemand so deutlich herausgearbeitet. Das heißt, alles wegstreichen, was bei Baud Ideologie, Parteinahme, auch Verschweigen ist und immer nur das lesen, was reine Information ist. In d i e s e m Sinn ist der Text wichtig.
(Ich muß immer wieder an meinen Stiefvater, einen Völkerrechtsjuristen, denken, der als eingefleischter CDU-Mann immer nur linke Zeitungen las, und zwar mit dem Argument: “Da merke ich, wo ich betrogen werde; bei meinen eigenen Leuten aber nicht.” Er bildete sich seine politische Meinung fast ausschließlich über die ihm kenntlichen Fehler des Gegners. In d i e s e m Sinn habe ich auf Bauds Text hingewiesen. Übrigens ist, aber das werden Sie in meinem Beitrag verlinkt finden, auch der englische → Guardian hier kritisch. – Worum es im Westen geht, ist, daß man auch sehen muß, Mitschuld an dem Krieg zu tragen, nämlich über die NATO und übers aktive Wegsehen. Bei Putins gräßlichem Tschetschenienkrieg hat niemand Sanktionen verhängt, obwohl da nachweislich Völkermord stattfand. Sondern irgendwie war er dem Westen ganz recht; es ging ja u.a. gegen Islami.
Doch ganz unabhängig davon, deshalb mein letzter Absatz, und wer immer Schuld und Mitschuld hat – daß dies alles auf dem Rücken der jetzt furchtbar leidenden ukrainischen Bevölkerung ausgetragen wird sowie auf dem der Russinen und Russen, die sich gegen Putin stellen, ist nicht zu ertragen. Die nationalistischen und teils revisionistischen Äußerungen Kulebas sind es aber auch nicht. Wann immer nach “Ruhm” gerufen wird – nach “Sieg”, nach “Helden” -, ist etwas ganz, ganz schlimm.)
Ihr Alban

18.37 Uhr

Baskakova
Lieber Albano,

falls Sie es nützlich finden, könnten Sie meinen Brief — mit meinem Namen — veröffentlichen. Nur mit einer Bemerkung, daß es ein Privatbrief, geschrieben vor der Publikation, war (weil Sie selbst schreiben, Sie glauben diesem Interview nicht gänzlich, — meine Antwort würde sonst überflüssig).
Und ja, ich verstehe, was Sie mit Mitschuld des Westens meinen, das Interview selbst aber scheint mir nicht sehr original — es ist die übliche Argumentation von Putin selbst.
Ihre Tania

ANH
Das finde ich ganz, ganz großartig. Aber nicht als Kommentar, sondern als Fortsetzung auch unseres Ukraine-Dialoges, wovon es ja schon zwei Stücke gibt. Das wäre dann der dritte, und er bezöge sich auf den heutigen Beitrag. So wird auch zugleich der Erkennnisprozeß-selbst prozessual thematisiert, was, wie wohl kaum jemand so gut weiß wie Sie und Elvira, meinem poetologischen Ansatz insgesamt entspricht.
Und, selbstverständlich: Wenn ich den Beitrag fertiggebaut habe, schicke ich ihn Ihnen zur, wenn nötig, Korrektur oder auch für Ergänzungen. Vor allem will ich Ihnen ja auf keinen Fall schaden; Sie können einfach besser als ich abschätzen, was erscheinen darf und was nicht.
Einverstanden?

Baskakova
Ich bin einverstanden, dann warte ich auf den Entwurf.

Tania

Mittwoch, 16. März 2022, 22.25 Uhr

Baskakova [unkorrigierte Umlaute nach Email]
Lieber Albano,

Mit dem Text der Publikation ist (fast) alles gut. Nur Umlaute habe ich hinzugefuegt (in E-Mails kann ich sie nicht benuetzen). Und ein Datum korregiert.
Ich schicke Ihnen einige meine Photos. Wenn Sie moechten, koennen Sie sie einmontieren.
Herzlich, Tania

_____________________________________
[Bilder von oben nach unten:

1 Ein Haus in Kiev, Jaroslawiw Wal 15-b, dekoriert mit vergrö-ßerten alten Photos.
2 Baskakova mit dem ukrainischen Übersetzer aus dem Deutschen → Mark Belorusez. (Ukrainisch-Belorussisch-Russischer Übersetzerworkshop „Günther Aichs Mädchen aus Viterbo“, organisiert durch die Goethe-Institute in Kiew und Minsk, Kiew 13-15.6.2015 / Minsk 18.-20.11.2015.
3 Kiev, 3.7.2018. Zwei junge Schauspielerinnen lesen aus Jewhenija Bjelorussez‘ → Glückliche Fälle. (Ins Deutsche übersetzt von Claudia Dathe, Matthes & Seitz, Berlin, 2019)
4 Plakat (Ausschnitt) der Ankündigung zu Tatiana Baskakovas Vorstellung ihrer russischen Übersetzung des Romanes Hundsnächte von Reinhard Jirgl, Kiew 2008.]

References

Adam schreibt zu Merz. Gut anwendbar auch anderswo, und über|all der letzte Satz.

[Arbeitswohnung, 6.34 Uhr
France musique contemporaine:
Hans Werner Henze, El cimarron, Die Geister]

 

Es hat ihn empfindlich gemacht und sein ohnehin stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein so weit gesteigert, dass es manchen in der Partei zu viel wurde. Die Bonzen, die überall, nicht nur in der CDU, den Ton angeben, achten sorgfältig darauf, dass keiner an ihnen vorbeizieht, der höher hinauswill als sie; und das dann auch noch zu verstehen gibt.
Denn reden kann Merz, besser als die meisten. Der legendäre Bierdeckel, auf dem, wenn es nach ihm gegangen wäre, ein Steuerbescheid hätte Platz finden können, steht für sein Talent, Politik anschaulich zu machen. Er wollte das Steuerrecht so weit vereinfachen, dass sich jeder aus eigenem Vermögen ein Bild davon hätte machen können, ob ihm zu Recht genommen und gegeben worden war; was leider nach wie vor unmöglich ist.
Die Besitzstandwahrer haben sich durchgesetzt und eine Steuerreform, die diesen Namen auch verdient hätte, hintertrieben. Die Leute sollen zahlen, und weil sie das umso verlässlicher tun, je weniger sie von der Sache verstehen, ist alles so geblieben, wie es war*.

Konrad Adam, 19.1.2022

***

[* Weshalb meine Steuer selbst zu ‘erklären’ ich  mir seit Jahren jeweils
selbst erarbeitet habe. Auch hier geht es um Selbstbe- und, was manchen
besonders aufstößt, –ermächtigung. Das Selbst ist bestimmt durch
was uns bestimmt. Darum kann nur gelten, sich niemals abhängig zu machen,
schon gar nicht von, danke, Herr Adam, Bonzen. Zu denen selbstverständlich
Bonzinnen genauso gehören – ein Umstand, den das generische Maskulinum
in Sätzen wie Ihrem tatsächlich einmal unterschlägt.]

***

Und noch so eine, hier schon sozusagen geniale Konradvolte:

In Deutschland, wo der Konsens blüht.

Man muß seine politische Ausrichtung nicht teilen, um zu wissen, er habe hier recht. Man kann nur stolz darauf sein, ihn  lesen zu dürfen.

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