Verschmähungsgift nach Tagtresor. Im Arbeitsjournal des Donnerstags, den 16. August 2018. Tücke der Rundmails.

[Arbeitswohnung, 7.35 Uhr
France Musique contemporaine:

Gabor Viragh, Metamorphosis]
Zugegeben, es ist peinlich. Ich hatte eine Rundmail verfaßt, die brieflich zu der Werkschau des 9. Septembers einlud, ilb 2018, und in der Titelzeile aber nicht aufgepaßt: von einem Tages-Safe geschrieben statt, daß man sich ihn, also den Tag, bitte freihalten möge („save the day“):

 

Die erste, die es merkte, war die Contessa. „Oh je“, schrieb ich zurück, „dann muß ich sofort eine Berichtigungsmail hinauslassen.“ „Würde ich nicht tun“, kam zur Antwort, und auch Phyllis Kiehl rief ab, mit der ich darüber in Facetime sprach. „Es machte das eigentliche Ereignis klein. Auf das es aber doch ankommt. Vertippen tut sich jeder mal oder paßt nicht auf. Nimm’s generös, mit Selbstgrandezza.“
Dennoch, es nagte an mir.
So schlug denn die Mâconière wieder mal mit dem Instinkt derer zu, die wissen, wo sie schmerzen können. – Ich hatte ganz vergessen, daß auch sie die Einladung nun erhalten würde – schlichtweg, weil ich sie an alle in meinem Emailprogramm gespeicherten Adressen verschickt hatte, mit Ausnahme per Hand aussortierter wie Finanzamt, Banken usw. – ein Vorgang, der ohnedies schon fast zwei Stunden in Anspruch genommen hatte. Jedenfalls kam nächstentags folgendes hier an:

Eine korrekte Rechtschreibung im Englischen, dessen Sie ja nicht wirklich mächtig sind, trotz Ihrerseits behaupteter Broker Zeit in NYC (was ich Ihnen bis heute nicht abnehme!! und mich an Felix Krull und frech-dreister Hochstapelei erinnert)….wäre idealerweise überschrieben worden mit „save the date“.  Für Sie gibt es noch sehr viel zu lernen …. nicht nur sprachlich-semantisch.
Bitte streichen Sie mich umgehen aus Ihrem Verteiler.

Was ich, da ich keinen habe, nicht tun kann – solange sie mir immer wieder schreibt, speichert sich die Adresse automatisch. Aber darum geht es gar nicht. Sondern diese Frau scheint immer noch nicht darüber hinweg zu sein, daß ich sie als Frau nicht wollte, und sprüht nun weiter Gift. Sie hat doch so sehr in mich investiert, wieso konnte ich nicht käuflich sein? Sie hat einen Dichter offenbar für ihren Callboy gehalten, hat ihm Geld angeboten – nämlich einen gesicherten Lebensabend („Ich kriege doch so viel Rente, und wenn ich sterben sollte, würde das sonst doch einfach verfallen“). Nun aber, derart zurückgewiesen („Aber liebe Frau XY, das ist freundlich von Ihnen, doch ich bin so viel älter als Sie und werd auch früher sterben!), spritzt sie, wann immer sie eine Wunde möglich sieht, von diesem Gift hinein. Es ist wirklich unangenehm. Kann es sein, daß erotisch zurückgewiesene Frauen viel garstiger werden als Männer, die im Bett nicht gewollt sind? Weil sie es nicht gewöhnt sind, vielleicht? Also „die“ Frauen … – Dabei hatte mir die Mâconière in ihrer vorletzten Email, sie stammt vom 28. Juni und reagierte auf meinen Arterienverschluß,  sogar Genesungswünsche geschickt,  zwar noch einmal ihre Position deutlich und mir Vorwürfe gemacht, aber doch geschrieben, mit der Angelegenheit selbst abgeschlossen zu haben.
Emails wie die gestrige sprechen eine andere Sprache. Die Angelegenheit mit Paul-Henri Campbell hat es im übrigen auch schon getan. Das allertollste war in der, daß mir diese Frau ihm gegenüber Indiskretion vorwirft, derweil doch s i e ihm gegenüber m e i n e n Namen öffentlich machte. Worauf ich dann selbstverständlich reagiert habe, und zwar richtig öffentlich. Die – von ihr wahrscheinlich als wahr gefühlte – Wirklichkeitsverzerrung im Geist dieser verletzten Frau ist schon mehr als beachtlich; hält man sich ihre Profession vor Augen, indes, ist sie vor allem – heikel. Das aber muß sie mit ihren, sagen wir, Kunden ausmachen.

Also, liebe Frau Soundso (nein, ich behalte Ihren Namen weiterhin für mich): Lassen Sie es endlich, endlich, endlich – wenn schon nicht gut (das wird’s wohl nicht mehr werden), so doch erledigt sein.

ANH

P.S.: Über das Wochenende mit Le Vi Arte werde ich morgen schreiben. Hier paßte eine solch schöne Ankündigung wirklich nicht hin.

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5 Kommentare zu Verschmähungsgift nach Tagtresor. Im Arbeitsjournal des Donnerstags, den 16. August 2018. Tücke der Rundmails.

  1. Olga B. sagt:

    So heiraten Sie sie doch, in Gottes Namen! 🙂

  2. Lacht @ OlgaB auf.
    Kennen Sie den Witz mit dem schrecklichen Tod, den ein Mann sich wünscht? Also. Er geht in ein XXX, begibt sich zu einer sehr yyy-en Frau, die ihm einen Gürtel reicht. Was er damit tun soll, erzähle ich hier nicht; erst recht aber nicht, wie diese Geschichte für ihn – im Wortsinn – endet.

    (Nicht der Jugendschutz ist es, was es mich verschweigen läßt.)

  3. chantui sagt:

    Denken Sie immer an Cocteau’s Bonmot:
    «Napoleon war ein Verrückter, der sich für Napoleon hielt.»

    Wie kommt es nur, dass Sie mir einfielen, als ich diesen Satz bei Sloterdijk las?

    Ihre wiederholt diskriminierende Zurschaustellung ist menschlich überaus häßlich! Würden Sie doch endlich den Gesetzmäßigkeiten der „Diskrimination“ der antiken Philosophen folgen! Poly-Athletismus im Bereich des Logos, der Athener Gesprächigkeit oder auch des Stadtgespräches, keine „Bocksgesänge“mehr, sondern τραγωδία, den Gesang um den Bockspreis als Preis des vormaligen Dichterwettbewerbes.

  4. Olga B. sagt:

    Ich hätte gerne den Witz gehört, den kenne ich nicht.
    Habe nichts verstanden, von den X-en, y-lons, Ledergürtel etc.

  5. chantui sagt:

    Herbst, was Sie hier wiederholt, mittlerweile ermüdend langweilig immer wieder durch-deklinieren, ist ein psychisch, besonders gewaltsamer Sadismus, den ich bereits vor Ihrer Abreise in D deutlich wahrnahm, ich bedauere heute zutiefst dem Ekel, den ich während des Skype-Gespräches mit Ihnen am 31.12.17 empfunden habe, nicht entschiedener Ausdruck verliehen zu haben, Ihnen meine Einladung ohne Wenn und Aber wieder abzusagen. Ihr Einträge der letzten Monate, v.a. der am 31.12.17 ist einer der widerwärtigsten Texte der Dschungel, die ich unfreiwilligerweise je lesen musste, nach Ihrer persönlichen Aufforderung. Sie, der jetzt behaupten , ich wollte Sie als Callboy instrumentalisiert, gekauft oder Sonstiges haben, da Sie mich glaubten abgewiesen zu haben, ist persongewordener Kontroll-Verlust, ekelerregende Grenzüberschreitung und dümmliche, degoutante Übergriffigkeit. Sie sind ein Parvenu, ohne jeglichen Stil und Anstand! Ich bin selten einem psychisch so kranken Menschen begegnet, mehr noch ich habe Sie unterschätzt, in Ihrer Brutalität und Sadismus. Noch einen weiteren, solchen Wortlaut hier und ich leite eine Verleumdungsklage ein. Mein Anwalt ist bereits tätig.

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