„Daß heute Sonntag ist!“ Und daß wir Weltgeschichte erleben!
Im zwanzigsten Coronajournal des nämlich 19. Aprils, darinnen Vorarbeiten für Ada: „Ada“, 0.3, nämlich Nakokov lesen, 36. Mit einer Bemerkung zur „Geilheit“ alter Männer.

[Arbeitswohnung, 10.01 Uhr]

In der Tat, liebste Freundin, mit diesem inneren Ausruf über etwas, das mich seit gestern überhaupt nicht verwundern sollte, dennoch solchem Staunen saß ich, vor anderthalb Stunden um halb neun, am Schreibtisch: „Daß heute Sonntag ist!“ Das darin gespürte Ineinderfließen des sonst von streng definierten Modulen getakteten Zeitstroms → hat gestern auch Bruno Lampe formuliert, und es wird vielen von uns ganz ähnlich ergehen. Nur hätte mich dieser Sonntagsumstand schon deshalb nicht verwundern können, weil es mir schon gestern genauso erging, als ich noch damit beschäftigt war, was im Titel dieses heutigen Arbeitsjournals „Vorarbeit für Ada“ heißt — die wiederum dazu führte, daß ich dreivier schon publizierte Einträge der Nabokovlesen-Reihe, und zwar ihre Numerik betreffend, revidieren mußte: aus „1“ wurde „o.1“, aus „2“ „0.2“, nämlich sowohl für ERINNERUNG, SPRICH als auch für ADA. Dazu dann weiter unten. Die eigentlichen Ordnungszahlen werden jeweils folgen, wenn direkt-das-Buch besprochen werden wird. Deshalb hierüber nun „Ada, 0.3“. Doch hatte dies logischerweise zur Folge, daß ich auch noch einmal die Binnenverlinkungen revidieren mußte. Sie werden sich, Geliebte, vielleicht eine Vorstellung des kleinen Aufwandes, auch an Zeit, vorstellen können, den sowas bedeutet.
Und dann dies, daß wir Weltgeschichte erleben, unmittelbar miterleben, indem wir spürbar, alle, zu auch politisch wirkenden Faktoren werden, sich, so gesehen, unsere eigentliche und tatsächliche politische Hilflosigkeit als eine Aktivität erweist, die unser Verhalten, ob Furcht oder Einsicht, bestimmt und an das sich Fragen knüpfen, deren Beantwortung Zukunft gestaltet. Es ist ausgesprochen erhellend, dieser Tage eine Presse zu verfolgen, die jedenfalls ich – spezialisiert auf literatur- und musikästhetische Belange – normalerweise nicht auf dem Schirm habe. Die der Wirtschaft nämlich. Und da findet sich dann so etwas, im MANAGER-MAGAZIN!, wie → das. Entsprechend geriet gestern meine Antwort → dort.
Teils erschütternd wiederum, in nicht selbem, aber verbundenem Zusammenhang, Frau von Stieglitz‘ sehr persönliche Einlassungen → da, unter einem, wohlgemerkt, Text von 1995, den zu (sozusagen) reaktivieren zwar eines kleinen Tricks bedurfte (ihn nämlich für einzwei Tage auf die aktuelle Hauptsite zu stellen, bevor er unter seinem eigentlichen Datum abgelegt wurde); dennoch wurde und wird nun zu etwas weitergesprochen, das fünfundzwanzig Jahre alt ist. So etwas gelingt in den Gefilden der Literatur eigentlich nur kanonisierten Büchern und Texten, höchst selten hingegen so wider- wie randständigen Autoren wie mir. — Aber was mich dabei besonders bestätigt, ist, daß diese besondere Sicht einer, sagen wir, älteren Frau – ihre Beklemmung dürfte einiges Stellvertretende haben – Sprache im Umfeld eines Mannes bekommt, nein, sie mit allem Recht fordert, der gemeinhin für einen Macho gilt, weil er sich weigert, sich den Gender-Ideologemen zu beugen. Daß das, banal gesprochen, „Problem“ körperlicher Vereinsamung auch eines älterer Männer ist, habe ich in einer meiner Antworten angedeutet; ich weiß es nur zu „gut“ von mir selbst.

Womit ich zu ADA schon überleiten kann und es will.

Anders als für alle anderen Bücher der Serie — die ich nicht schon von fremden Einlassungen präformiert, sondern allein aus der Sicht meiner eigenen ästhetischen Überzeugungen schreiben will und schreibe — bereite ich mich diesmal vor; Sie haben’s, Freundin, schon gelesen. Der Grund ist, daß ich das Buch, wie ebenfalls bereits erzählt, längst kenne, auch wenn meine Lektüre zwanzig Jahre zurückliegt. So ist ADA für mich sozusagen ein Abschluß, auch dann, wenn danach noch ERINNERUNG, SPRICH, aber auch das posthume MODELL FÜR LAURA (die Sendung kam gestern an) vor mir liegen sowie Nabokovs Gedichte. Aber um diese wird es insgesamt kompliziert bestellt sein: Es gibt keine nennenswerten Übersetzungen ins Deutsche und außerdem extrem wenige. Dieser Umstand wird möglicherweise zu etwas führen, zu dem ich auch aus strategischen Gründen noch nichts hier schreiben will; außerdem sind starke poetologische Probleme in Sicht. So möchte ich erst einmal den Eingang der bestellten COLLECTED POEMS abwarten und in sie hineingelesen haben. Danach, Geliebte, erst werden wir diesbezüglich weitersehen können. Für LAURA allerdings gilt etwas, das in den meisten Kritiken, die ich las, auch schon die Übersetzung ADAs begleitet hat; eine Ausnahme hier war meines Wissens allein die, fand ich, → einfühlsame Besprechung des viel zu früh verstorbenen Oleg Jurjews, dem Lebenspartner der Bachmannpreisträgerin Olga Martynova, mit denen beiden ich locker befreundet bin, bzw. – ach Oleg! – war. — Alle mir bekannt gewordenen anderen Besprechungen von Nabokovs nachgelassenem Fragment waren und sind in einem Ton geschrieben, der sogar mich Anstand davon nehmen ließ, mich mit dem Buch zu beschäftigen. Erst als ich nun auch Kritiken zu ADA las — weshalb, das erzähle ich gleich —, deren Ton beinah noch schlimmer war, wurde mir klar, den Feuilletonisten unbewußt auf die Schippe gesprungen und ihrem manipulativ-, ja, -Gehässigen selbst zum Opfer gefallen gewesen zu sein. Wir bilden uns unsere Meinung nicht, wenn wir die anderer übernehmen, und seien sie noch so sehr „ausgewiesene“ „Experten“. Sie alle nämlich haben — Angst, und zwar um so mehr, wenn sie es nicht wissen. Und da auch wir sie haben, sind wir durch deren im eignen Entscheiden verletzbar.
Worum es sowohl bei ADA als auch LAURA immer wieder geht, in den Kritiken also, ist die eben nicht-beifällig so genannte „Altmännergeilheit“. Es gibt viele Beispiele, wo sie als „Argument“ gegen etwas laut wird. von Günter Grass bis zu noch in diesem Jahr wahrscheinlich mir selbst, wenn die Béartgedichte erscheinen werden (so ich die fehlenden anderthalb Stücke bis Ende Mai denn noch fertigbringe). Ja, auch mir wird man(n) dann diese „Geilheit“ vorwerfen, wobei es hoch interessant ist, daß es ihr weibliches Pendant nicht zu geben scheint, „Altfrauengeilheit“. Nennte man sie einfühlsam in das um, was sie ist und, so sie nicht zugegeben wird, wäre, nämlich eine Sehnsucht, die ihren Abschied mitträgt, kommen wir dem tatsächlich wirkenden Zusammenhang nahe; auch hier wieder Angst, nämlich entweder vor der eigenen unabwendbaren Zukunft oder davor, eine, mit Alexander Mitscherlich gesprochen, Trauerarbeit zu leisten, die, in jedem Fall als poetische, Trauerbearbeitung ist. Genau sie soll nicht stattfinden, weil man(n) sie dann ja selbst leisten müßte, anstelle zu verdrängen. Weil wir klarwerden müßten, wo wir lieber den Schleier des Nichtnennens drüberziehen wollen, das empfängnisbehinderndste und damit lebensfeindlichste Kondom, das es gibt.
Zum Beispiel lesen wir in ausgerechnet Peter Urbans für den Deutschlandfunk 2011 geschriebener Besprechung den kompletten Unfug, man lasse besser die ersten drei Kapitel zu lesen ganz aus, denn sie

klären nichts, sie sind vielmehr verwirrend und abschreckend – nicht wegen „exotischer, russischer Namen“ (wie Nabokov insinuierte), sondern weil sie angestrengt, schwülstig und überladen [sind].

Ich zitiere Ihnen einmal Beispiel, die man besser nicht zur Kenntnis nehme, weil sie eben in diesen ersten drei Kapiteln stehen:

In späteren Jahren mochte er Proust nicht mehr lesen (wie er auch das parfümierte Gummi türkischer Paste nicht mehr genießen mochte), ohne eine Woge des Überdrusses und das Raspeln griesigen Sodbrennens zu verspüren (S. 21) — Ihr Zusammentreffen mit Baron O., der aus einer Seitenallee herausgeschlendert kam, mit Sporen und grünen Schwalbenschwänzen, entging gewissermaßen Demons Aufmerksamkeit, so betroffen war er von dem Wunder jenes jähen Abgrunds absoluter Wirklichkeit zwischen den zwei fingierten Blitzlichtern vorgetäuschten Lebens (S. 24) — der Baron wählte [für ein Duell, ANH] Degen; und nachdem eine gewisse Menge guten Blutes (…) zwei behaarte Oberkörper, die geweißte Terrasse, die Freitreppe, die in einem ergötzlichen d’Artagnant-Arrangement in den ummauerten Garten führte, die Schürze eines rein zufällig anwesenden Milchmädchens und die Hemdsärmel beider Sekundanten (…) bespritzt hatte, trennten die beiden zuletzt genannten Herren die Duellanten, und Skonky starb, nicht „an seinen Wunden“ (…), sondern an einer schwärenden Erinnerung auf seiten des Geringsten unter ihnen, nämlich sich möglicherweise selber zugefügt ein Stich in der Leistengegend, der Kreislaufstörungen verursachte, während zweier oder dreier Jahre mit langwierigen Aufenthalten im Aardvark-Hospital in Boston (…). (S. 28)
(Dtsch v. Uwe Friesel und Marianne Therstappen)

Allein die Hypotaxe des letztzitierten Satzes hat es an brillanter erzählerischer Infamie in sich, was wir aber eben, wie empfohlen, nicht zur Kenntnis nehmen sollen. Doch auch die das dritte, ziemlich beklemmende Kapitel bestimmende Schilderung der schweren psychischen Krankheit von Adas, der Heldin, Schwester, sollen wir nicht wahrnehmen, obwohl sich darin geradezu ein Schlüssel für das gesamte Werk findet, indem er nämlich seine Namensgebung aufschließt, und zwar in der Signatur dieser Schwester, die sie unter ihre auf der Buchseite 47 wiedergegebene letzte handschriftliche Notiz setzt:

Meiner Schwester Schwester, die jetzt iz ada („aus der Hölle“) ist

Ada und Hölle — wen schaudert’s da nicht? Aber insgesamt wird schon bei Urban die eigentliche Zielrichtung deutlich: vorgebliche „Schwülstigkeit“ — der Altmännergeilheit (ecco!) „Ausfluß“. Allerdings direkter, weil tatsächlich diffamierend, → Markus Gresser in der FAZ, 2010 (die Titelwahl bereits ist widerlich: Einladung zur Peepshow auf dem Planeten Antiterra):

Er [Nabokov, ANH] scheiterte (….), erfand sich Figuren (…), die nie zum Leben erwachen, affektierte Erotikmarionetten eines Gepetto, der offenbar letztmalig die ganz große Sau rauslassen wollte – aber nicht grob lüstern natürlich, sondern fein ziselierend wie ein Hieronymus Bosch. (…) Nach der Pädophilie in „Lolita“, auf die Nabokov in „Ada“ mehrfach paradiesvogelstolz verweist, stand nur noch ein Tabu zur Verletzung an: das des fröhlichen Geschwisterinzests. Doch konnte Nabokov kaum weiter gehen als in „Lolita“ mit der Masturbationsszene Humberts angesichts seiner wie toten Stieftochter in spe (…). Die im lasziv klebrigen Nebel verirrte Handlung dieses als Autobiographie des Privatgelehrten Van Veen getarnten Romans überhaupt wiedergeben zu müssen, kommt der Zumutung gleich, Veens Lieblingsbordell „Villa-Venus-Club“ beitreten zu müssen.

Der Mann, igittigitt, geht ins Bordell! — und so weiter immer fort. Von solchem Zeug — ekelhafter waren auch „meine“ schlimmsten Kritiken nicht — findet sich im Netz sehr, sehr sehr viel mehr. —Übrigens, Gresser. Wer ist denn Markus Gresser, der gleich zu Anfang süffisant darauf hinweisen muß, daß Nabokov siebzig Jahre alt war, als ADA erschien? Und ach, kein bißchen altersweise … (Ich meinerseits habe bis dahin immerhin noch fünfe Jahre der Gnade.)
Nein, Geliebte, suchen Sie selbst! Ich werd den Beelzebuben tun, den Schreiberling durch einen Link noch zu ehren. („Tintenfingel“ nannte den Typos Dr. Lipom).

Aber wirklich, so fragen Sie mich nun, weshalb tut ANH sich’s an, solch einen Müll zu lesen? — Deshalb, liebste Freundin, weil ich im Netz auf der Suche nach einem Personenverzeichnis war. Das ich bislang nicht fand und werde nun wohl selbst anlegen müssen. Doch geriet ich in den Genuß mancher Trouvaille, etwa einer Karte der auf dem nordamerikanischen Kontinent handelnden Spielorte, die über die seinerzeitige Realität (etwa gab es noch die Sowjetunion) eine poetische, sagen wir, Durchpause legt. Wir haben es ja mit einem phantastischen Raum zu tun.
Ich habe sie mir ausgedruckt und hinten in das Buch geklebt; außerdem haftet nun eine etwas größere Kopie links an der laufenden Projekten dienlichen Pinnwand:

Weiterhin fand ich sämtliche Spielorte auf „Antiterra“, von Dieter E. Zimmer auf Englisch gesammelt und erklärt und gleich von mir selbst, leichterer Handhabung wegen, ins Deutsche übersetzt, siebeneinhalb enggedruckte DIN-A4-Seiten. Sowie eine, ebenfalls von Dieter E. Zimmer, „Timeline of Ada“, erarbeitet von August 2009 bis Februar 2010.
Und weiteres und weiteres ist → da und → dort zu finden; außerdem gibt es noch → ZEMBLA — wobei ich „natürlich“ mit dem Gedanken herumgespielt habe, meinerseits um Mitgliedschaft bei den → Nabokovians zu ersuchen, dies aber flugs verwarf, sowohl meines Autoren-Selbstbewußtseins halber („Ich habe ein eigenes Werk!“) als auch, weil mein gesprochenes und geschriebenes Englisch zu erbärmlich ist, um dort von irgendeinem anderen Nutzen zu sein, als mich indirekt mit fremden Federn zu schmücken, was dann wieder mein Selbstbewußtsein störte.
Um es deutlich zu sagen, bin ich kein Interpret des originalen Nabokov-Werkes, sondern ein poetischer seiner deutschen Übersetzungen, und auch das nur, insoweit es die belletristischen Bücher betrifft. Darüber werde ich kaum jemals mehr hinausgelangen. Wesentliche Privilegien, die Nabokovs Dichtung bis ins hohe Alter nährten, sind mir nicht zuteil geworden, worüber ich nicht klage; statt dessen fand ich meine eigenen Wege. Sehen aber tu ich’s klar. Und bin auf seltsame Weise froh, mit diesem Mann, abgesehen von ADA, niemals früher in lesenden Kontakt gekommen zu sein. Und auch sie schon, diese mit Van Veen untrennbar verbundene Frau, trat in mein Leben erst, als meine eigene Ästhetik längst „stand“; wäre Ada früher erschienen, ich weiß nicht, woher ich den Mut, ja die Hybris genommen hätte, selbst noch etwas in die Regnitz zu tun. Hingegen diejenigen Autorinnen und Autoren, die mich prägten, etwa Aragon, mir auf eine Weise nahe waren, die immer zugleich unsere Fremdheit unterstrich; so konnte ich nicht einmal Epigone werden. Sie fast alle hatten etwas, das ich verabscheute, Aragon die miese Autoritätsgläubigkeit, sei es anfangs gegenüber Breton, später im klebrigen Verhältnis zum Sowjetkommunismus; Pound und, gelinder, D’Annunzio wie Pirandello beider Faschismusnähe wegen; Dostojewski wegen der kriecherischen Glaubenstümelei; Nietzsche aufgrund des „Übermenschen“; Christa Reinig wegen ihres hardliner-Feminismus und Marianne Fritz wegen der psychotischen Schreiberinstruktur; ebenso Kafka, nur muß da das geschlechtskorrekte „in“ weg; Beckett wegen seines existentialistisch-grotesken Nihilismus; Bernhard wegen seiner von dem elastischen, rhythmischen Stil nur allzu kläglich kaschierten Larmoyanz; Benn und Niebelschütz wegen der Nähe zum Nationalsozialismus. Und so weiter. Doch alle sie waren und sind für meine Arbeit und ihrer Entwicklung von enormer Bedeutung; ich schulde ihnen einen Riesendank. Ah, Thomas Mann vergaß ich, dessen sich selbst erhöhenden Sätze mitunter unerträglich gelockt sind, und doch unersetzlich. Indessen Nabokovs kristallene Prosa mich hätte zumindest als jungen Mann eine Nähe imaginieren lassen, unter deren Last ich poetisch verstummt wäre: „Daran ist nie zu gelangen für einen wie dich!“ — so daß ich heute vielleicht ein passabler Jurist oder begüterter Mensch wär‘ im Börsengewerbe. Vielleicht hätte ich nach dem DOLFINGER (also der „Erschießung des Ministers“) noch EINE SIZILISCHE REISE geschrieben, aber weder der WOLPERTINGER noch eines der späteren Bücher, auch nicht die BAMBERGER ELEGIEN und TRAUMSCHIFF, hätten entstehen können, um von MEERE vollends zu schweigen; und meine poetologische Arbeiten sowieso nicht.

Ihr ANH,
den Sie Sie erfinden ließen.

__________________
>>>> Nabokov lesen 37
Nabokov lesen 35 <<<<
>>>> Ada 1
Ada 0.2 <<<<

 

Alban Nikolai Herbst

Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
Dieser Beitrag wurde unter Arbeitsjournal, Hauptseite abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setzen Sie ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu „Daß heute Sonntag ist!“ Und daß wir Weltgeschichte erleben!
Im zwanzigsten Coronajournal des nämlich 19. Aprils, darinnen Vorarbeiten für Ada: „Ada“, 0.3, nämlich Nakokov lesen, 36. Mit einer Bemerkung zur „Geilheit“ alter Männer.

  1. Avatar ReniIna von Stieglitz sagt:

    Ja – Rhythmus – Rituale – Tagesstruktur – sich in einem selbst geschaffenen Rahmen bewegen – Sicherheit – Sicherheit? – — es widerstrebt mir so, mich in „politische“ Dinge hineinzubegeben – Ich(!) auch ich ein „politisch wirkender Faktor“? – Gestalterin? Erfüllungsgehilfe(in) ! – Rädchen in diesem ganzen Getriebe – fühle mich unwichtig, ja – in gewisser Weise ausgeliefert – stimmt – so ein klammes Gefühl im Bauch, wenn ich die Zukunft denke…und die ist ungewiss – und doch existiere ich, wie Millionen Andere auch – Impuls: Sinnfindung im Sein – Quergedanke: Abendland-Morgenland – wenn sich schon Mond und Sonne nicht annähern können, wie sollen es denn die Kulturen schaffen(ich weiß, das ist jetzt SCHLICHT gedacht) – keine Lust auf dieses Thema – – Körperlichkeit – Sexualität (öde, wie das Wort da so steht) – das Sexuelle bleibt da bis zum TOD – durchtränkt von verschiedensten Facetten – Begehrlichkeit – da interessiert mich dieses „Gender(getöse)“ nur am Rand – manches darf „geheim“ bleiben – soll doch jeder seine Nische finden und damit glücklich werden – wohin mit der Lust, wenn sie sich nicht mehr teilt? – Phantasie -ein wunderbares Ventil für Begierde – fließt in Gedichte – Romane – Filme – Affären – manchmal auch in gelebte „Dreiecksverhältnisse“ – – Sex im Alter – im Verborgenen – heimlich möchte man meinen, wie traurig – – und doch gibt es so absurde Momente, denen ich als Beobachterin beiwohnen durfte: vor Jahren – irgendeine mittelmäßige Eckkneipe, gut besucht – Stammgäste – vorwiegend – rauch- und AlkoholDunstGeschwängerte Luft – Bühne frei: sie kommt nicht einfach nur rein, nein, sie erscheint(!) – ÄLTERE Frau, nicht unattraktiv – sendet Signale – Männer spüren das – kämpft sich durch bis an den Rand des Tresens, der leicht im Halbdunkel liegt, nur dahinter der Spielautomat an der Wand – Klischee 1: HAT DIE Hormone genommen oder ist die auf Droge?
    jetzt ist sie bei ihm angekommen, diesem schmierigen HalbItaliener in diesem 3/4-langen schwarzen Nazi-Ledermantel (Klischee 2) – wesentlich jünger als sie, aber ebenso willig – OHA, da ging’s auf einmal richtig zur Sache – Olala, sie ist ja förmlich in diesem Mantel verschwunden, bzw. er in dieser Frau (wie sich denken lässt) – begleitet wurde das Ganze von leidenschaftlichen Küssen und die Finger waren nicht mehr an der Zigarette oder an Gläsern, sondern…… – ok – „Altfrauengeilheit“ (?!) – ein grauenhaftes Wort – wie kann man so brutal den letzten Zauber von erotischen Begegnungen wegreißen – da sträubt sich was in mir, so ganz tief drinnen…und doch -wahrscheinlich reduziert genau dieser Begriff die Sache auf das , was sie ist (Triebabfuhr) – gilt wohl auch für dieses (genauso grauenvolle) Wort „Altmännergeilheit“ – Assoziation: Rein-Raus-Spiel – Jagen – Sammeln – Vergessen – – naja, man weiß ja, das das in der Natur des Mannes liegt, Arterhaltung und so – das Tier im Manne – ABER – da sind ja noch die gesellschaftlichen Verstrickungen – in diesen wilden, gebildeten, gepflegten Wesen – – Quergedanke: ADA „Kritik“ – stimmt, wirklich grauenvoll – kann ich nix mit anfangen — später mehr …lg. RIvS

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .